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GdP-Niedersachsen stellt Programm für attraktiveres Berufsbild vor

Hannover.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) sorgt sich um die Zukunft der Polizei in Niedersachsen. Ein von ihr am 7. Oktober vorgestelltes Programm soll die Attraktivität des polizeilichen Berufsbildes im Land deshalb deutlich erhöhen. Darin fordert die GdP unter anderem eine dauerhaft höhere Zahl von Neueinstellungen, mehr Beförderungen und bessere Entwicklungsperspektiven der Beschäftigten in Polizeivollzug und -verwaltung.

„Damit die Nachwuchsgewinnung auch künftig funktioniert, muss der Polizeiberuf attraktiver werden. Immer komplexere Aufgaben, immer schwierigere Einsätze und die immens gestiegene Gewalt gegen die Polizei machen dies dringend nötig. Neben finanziellen Verbesserungen geht es der GdP um gute Rahmenbedingungen bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie im Gesundheitsmanagement. Zudem brauchen die Beschäftigten ausreichende berufliche Entwicklungsmöglichkeiten, damit wir künftig keine qualifizierten Kräfte an andere Bundesländer oder die allgemeine Verwaltung verlieren“, sagt GdP-Landesvorsitzender Dietmar Schilff. „Bis zum Jahr 2030 werden mehr als 11.000 Polizeibeschäftigte in den Ruhestand gehen. Dazu scheiden zusätzlich knapp 2.000 Kolleginnen und Kollegen aus anderen Gründen aus, so dass rund 13.000 Neueinstellungen benötigt werden. Dies kann nur durch jährlich 700 Anwärterinnen und Anwärter kompensiert werden, die in der Summe 13.300 Neueinstellungen darstellen würden“, rechnet der GdP-Landesvorsitzende vor.

„Gute Leistungen benötigen gute Entwicklungschancen“, ergänzt seine Stellvertreterin Elke Gündner-Ede: „Das gilt für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei der Polizei sowie für ihre verbeamteten Kolleginnen und Kollegen in der Verwaltung genauso wie für den Vollzugsbereich. Innere Sicherheit ist eine Gemeinschaftsleistung der gesamten Polizei.“

Nach Ansicht der GdP sind umgehend 1.500 zusätzliche Beförderungsmöglichkeiten vom Eingangsamt A9 nach A10 nötig, um das derzeit größte Problem etwas abzumildern. „Viele Polizistinnen und Polizisten müssen derzeit bis zu zwölf Jahre warten, bis sie zum ersten Mal im gehobenen Dienst befördert werden. Und wenn die Perspektive nicht nachhaltig verbessert wird, dann bleibt es für die Mehrzahl bis zur Pensionierung dabei“, kritisiert Dietmar Schilff. „Der enorme gesellschaftliche Wert der Arbeit muss auch entsprechend honoriert werden“, fordert er. „Seit Jahren werden bei der Polizei tiefgehende Einschnitte gemacht, wodurch erheblich zur Konsolidierung des Haushaltes in Niedersachsen beigetragen wurde. Jetzt muss diese Landesregierung endlich auch einmal etwas für die Polizeibeschäftigten tun“, sagt der GdP-Landesvorsitzende.