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Internationaler Frauentag am 8. März 2016 -Diskussionsveranstaltung in München

Dieses Jahr fand der Internationale Frauentag der Frauengruppe (Bund) auf Einladung der Landesfrauengruppe Bayern in München statt.

Dazu wurden die frauenpolitischen Sprecherinnen der im Landtag vertretenen Parteien (CSU, SPD, Freie Wähler und Die Grünen), der Landesfrauenvorstand Bayern, Kolleginnen der Bundespolizei aus dem Raum München sowie der Landesvorsitzende Peter Schall und der Vorsitzende der DG der Bundespolizei Wolfgang Strahberger zu einem Frühstück im Café Glockenspiel mitten im Herzen Münchens eingeladen.

Die Bundesfrauenvorsitzende Dagmar Hölzl, die im Bundesfrauenvorstand für Frauen- und Gleichstellungspolitik zuständige Elke Gündner-Ede sowie die bayerische Landesfrauenvorsitzende Christiane Kern wiesen in ihren Statements unisono auf die mitunter schwierige Situation der Frauen im Berufsalltag hin. Frauen arbeiteten langfristig in Teilzeit, bekämen weniger Entgelt und wären aufgrund niedriger Renten durchschnittlich weitaus höher von Altersarmut betroffen. Sie appellierten an die Politik und an die Wirtschaft, Betreuungsaufgaben gleichmäßig zu verteilen und Frauen wegen niedrigerer Arbeitszeit nicht zu benachteiligen.

In dem weiteren Themenschwerpunkt ging es um die Situation der Frauen auf der Flucht und ihre Auswirkungen, Gewalt gegen Frauen, eine Verschärfung des Sexualstrafrechts und Gewalt gegen Polizisten/innen. Derzeit sind rund 60 Millionen Menschen auf der Flucht. Gerade für Frauen auf der Flucht und für viele in den Erstaufnahmeeinrichtungen ist die Lage zum Teil erschreckend und unerträglich. Eine geschlechtliche Trennung in den Erstaufnahmeeinrichtungen findet meist nicht statt, die Ausstattung der gemeinsamen sanitären Einrichtungen ist oft für die hohe Anzahl der Menschen nicht ausreichend und vor allem können die Frauen die Türen nicht abschließen. Weiterhin mangelt es an Rückzugsmöglichkeiten für die Frauen in den Unterkünften. Sie sehen sich vielfach einer überwältigenden männlichen Mehrheit gegenüber. Wenn dann sogar Sicherheitsdienste im Verdacht stehen, die Situation der Frauen auszunutzen, kann man die Verzweiflung vieler Frauen sicherlich nachvollziehen.




Frauenpolitische Sprecherinnen: vl.nr. Christiane Kern, Elke Gündner-Ede, Dagmar Hölzl



In den Stellungnahmen der frauenpolitischen Sprecherinnen ging es dabei auch um das Thema Integrationsbereitschaft und das oft streng konservative Frauenbild vieler Zuwanderer. Dr. Ute Eiling-Hütig, CSU, Eva Gottstein, FW, sowie Claudia Stamm und Verena Osgyan von den Grünen waren sich in ihrer Einschätzung der Integrationsbereitschaft vieler Einwanderfamilien nicht ganz einig. Darüber, die Frauen in jeglicher Lage besser vor sexueller Gewalt und Übergriffen zu schützen, bestand dagegen kein Zweifel. Häusliche Gewalt ist schließlich kein Phänomen, das erst durch die Flüchtlingskrise entstanden ist, sondern auch in deutschen Familien vorkommt. Daran erinnerten auch die GdP-Frauen in ihren Statements. Zur Diskussion über eine Verschärfung des Sexualstrafrechts mahnten diese eine bessere Einhaltung der Gesetze durch die Justiz an. Auch in diesem Bereich ist ein gravierender Personalmangel zu spüren, da etliche Straftäter ungeschoren davonkommen, obwohl die Polizei die Straftäter ermittelt. Die Tatsache, dass viele Täter aus dem direkten Bekannten- und Familienumfeld stammten, führt zu einer hohen Dunkelziffer in diesem Bereich, da die Bereitschaft zur Anzeige häufig nicht gegeben ist. Alles in allem eine Ausgangslage, die es der Polizei nicht leicht macht.

Resümee der teilnehmenden Frauen, der Politikerinnen aber auch der Kollegen auf dieses interessante und konstruktive Frauen-Frühstück: „Das Thema Gewalt gegen Frauen kann nur mit gemeinsamen Anstrengungen von Politik, Gewerkschaften und anderen gesellschaftlichen Gruppierungen eingedämmt werden.“

Trotz der schwierigen Themen war es eine gelungene Veranstaltung.

Ein Dank geht an Christiane Kern, die die organisatorischen Vorbereitungen getroffen hat und an den Landesvorstand Bayern, der dieses Frühstück erst ermöglicht hat.

Hier ein paar Impressionen vom Internationalen Frauentag 2016: