Zum Inhalt wechseln

GdP-Vize: Bei der Unterbringung der Flüchtlinge den Kollaps abwenden

Berlin. Vor einem Kollaps der Asylpolitik in Deutschland warnt die Gewerkschaft der Polizei (GdP). Der stellvertretende GdP-Bundesvorsitzende Jörg Radek sagte am Donnerstag in Berlin: „Alle Instanzen, von der Polizei bis zu den Kommunen, haben ihr Limit erreicht. Von den Erstaufnahmestellen, die hoffnungslos überfüllt sind, bis in die kleinsten Dörfer und Gemeinden, die verzweifelt nach Unterbringungsmöglichkeiten für diese Menschen suchen, sind die Alarmsignale nicht mehr zu überhören.“

Überall, so der GdP-Vize, entstünden Zeltstädte und Notbehelfe. Radek: „Niemand mag daran denken, wie es im Herbst oder Winter da zugehen wird. Noch ist Zeit, feste Unterkünfte auf Dauer zu organisieren. Da darf es keine Denkbarrieren geben.“
Nach Beobachtungen der GdP nehmen die Spannungen und Konflikte auch innerhalb der Flüchtlingsunterkünfte zu. Die Unterbringung, so Radek, sollte sich an pragmatischen Gesichtspunkten ausrichten und nicht nach Verteilerschlüsseln.Vorrangig seien menschenwürdige Unterkünfte. Radek: „Die beengten Verhältnisse tragen dazu bei, dass schon kleinste Streitereien eskalieren. Meine Kollegen und Kollegen fahren ununterbrochen Einsätze, um Streit unter den Bewohnern zu schlichten, aber auch um sie vor Angriffen von außen zu schützen.“
Deshalb seien alle Forderungen aus der Politik, die Polizei solle verstärkt die Flüchtlingsunterkünfte beschützen, längst überholt.