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Kundenansturm auf Stadtamt Bremen - GdP: Behördengänge bleiben nervenaufreibende Zeitfresser

Bremen.

Rekordverdächtige Warteschlangen, keine Chance auf Soforttermine und unzufriedene Bürger, so sieht es fast täglich in den Bürgerservice-Centern des Stadtamtes Bremen aus. Systemausfälle durch eine schlechte technische Ausstattung und Räumlichkeiten, die für die Masse an Kundenkontakten nicht ausgelegt sind, erhöhen den Druck. Der Frust der Bürgerinnen und Bürger sowie der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter steigt zunehmend. "Den grundlegenden Konsolidierungsprozess im Stadtamt setzen wir fort", heißt es dazu im Koalitionsvertrag der neuen Landesregierung, die Gewerkschaft der Polizei (GdP) kritisiert diese unveränderte Haltung im Zusammenhang mit dem Stadtamt Bremen.


GdP Vorsitzender Jochen Kopelke: "Der Landesregierung täte gut daran, die Personalberechnung für das Stadtamt nach oben zu korrigieren. Bremens Einwohnerzahl steigt, doch Behördengänge bleiben nervenaufreibende Zeitfresser für Bürgerinnen und Bürger." Aus Sicht der GdP muss sowohl die auffallend hohe Krankenquote in der Belegschaft, als auch die Anzahl des Personals verbessert werden, damit spürbare Veränderungen für alle eintreten. Nach vorliegenden Informationen beträgt die Krankenquote im Stadtamt derzeit 33 Tage pro Mitarbeiterin und Mitarbeiter im Jahr. An so einem Kurs könne man nicht festhalten, er ist für alle Beteiligten höchst belastend, mahnt Kopelke.

Hintergrund:
Offiziell fiel 2012 der Startschuss zur Modernisierung des Stadtamtes Bremen. Das Ziel dieser Modernisierung war und ist "eine größere Kundenzufriedenheit" und "eine Arbeitsentlastung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter", so der damalige Innensenator Mäurer (SPD). Das Stadtamt verfügt derzeit über etwa 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, von denen jeder im Durchschnitt 33 Tage krank ist. Personelle Vakanzen werden zunehmend durch die Zuweisung von Nachwuchskräften kompensiert. Diese Lösung erweist sich leider nicht als nachhaltig. Im Moment ist vor allem morgens das Bild des Stadtamtes von langen Warteschlangen und dem Verteilen von Wartemarken geprägt.

Bereits im letzten Jahr machte die Gewerkschaft der Polizei (GdP), die mehr als die Hälfte aller Beschäftigten im Stadtamt Bremen vertritt, sehr deutlich, dass diese Zustände nicht mehr hinnehmbar sind und dringend geändert werden müssen.