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GdP zu morgiger Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS)

Malchow: Straftaten-Statistik kein realistisches Abbild der Kriminalitätslage

Berlin.

Die jährlich vorgestellte Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) lässt nach Auffassung der Gewerkschaft der Polizei (GdP) nicht auf die wirkliche Kriminalitätsbelastung in Deutschland schließen. Es handele sich um eine reine Arbeitsstatistik der Polizei und verfüge nur über einen eingeschränkten Aussagewert, sagte der GdP-Bundesvorsitzende Oliver Malchow vor der für Mittwoch angekündigten Präsentation der Statistik für 2014. „Die vom Bundeskriminalamt vorgegebenen Erfassungskriterien spiegeln nur teilweise das Ausmaß der tatsächlichen Taten wider. So werden mehrere zeitnahe Delikte eines Täters statistisch zu einer Tat zusammengefasst, um nur ein Beispiel zu nennen“, betonte er. Die GdP fordere daher einen umfassenden jährlichen Sicherheitsbericht, der alle kriminellen Handlungen erfasse und den Aufwand polizeilicher Ermittlungen nachvollziehbar darstelle.

Auch Staatsschutzdelikte, Verkehrsdelikte und Straftaten, die nicht in erster Linie in den Aufgabenbereich der Polizei fallen wie Finanz- und Steuerdelikte, müssten in einer wirklichkeitsgetreuen Kriminalitätslage erfasst werden. Malchow kritisierte zudem, dass die PKS den polizeilichen Ermittlungsaufwand komplett ausblende. So zähle eine Tat aus dem Bereich der OK ebenso als eine Tat wie ein Taschendiebstahl oder eine Körperverletzung. „Die tatsächliche Belastung der Beamtinnen und Beamten, die teils über Monate oder länger in Sonderermittlungsgruppen OK-Gangstern nachspüren, fällt komplett unter den Tisch.“

Es bereite der GdP zudem Sorge, dass offenbar immer mehr Bürger bei Fällen sogenannter Alltagskriminalität auf eine Anzeige verzichteten. „Vor allem bei kleinen Diebstählen und Sachbeschädigungen hat ein großer Teil der Bevölkerung wohl den Eindruck, dass nach der Anzeige nichts mehr passiert und der Fall letztlich zu den Akten gelegt wird“, so Malchow. Ein solch schleichender Vertrauensverlust schwächt die Arbeit der Polizei.
Foto: Tim Reckmann - pixelio.de