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Oliver Malchow in erster Phoenix-Runde des neuen Jahres zu Kölner Vorfällen

GdP-Bundesvorsitzender: Innere Sicherheit muss größeren Stellenwert bekommen

Berlin.

Der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Oliver Malchow, hat versichert, dass der Kölner Polizei tatsächlich vom Land Nordrhein-Westfalen Einsatzkräfte für den Einsatz in der Silvesternacht am Kölner Hauptbahnhof verweigert wurden. "Ich kann das bestätigen", sagte Malchow auf eine entsprechende Frage in einer Talkrunde des Fernsehsenders Phoenix. Es habe die Anforderung aus Köln auf 100 zusätzliche Kräfte gegeben, "30 sind dann zusätzlich gestellt worden", betonte der GdP-Chef am Donnerstagabend in der 45-minütigen Sendung unter dem Titel "Der Silvesterskandal – Wer schützt uns noch?" aus Berlin. Dies sei nicht untypisch für solche Ersuchen und Realität, fügte er nach einer verbreiteten Meldung des Senders hinzu. Im Übrigen sei eine Konsequenz daraus, dass in den vergangenen Jahren 16.000 Stellen bei der Polizei bundesweit abgebaut worden seien.

Malchow trat Vorwürfen entgegen, die Polizisten vor Ort hätten die von sexuellen Übergriffen betroffenen Frauen nicht genügend geschützt. "Diejenigen, die da waren, haben alles unternommen. Aber gegen 1.500 hoch alkoholisierte und sehr aggressive Menschen können dann so wenige Polizisten auch nichts ausrichten. Die Kollegen haben Ohnmacht erlebt, weil sie überrannt worden sind und gehindert wurden, tätig zu werden."

Der GdP-Bundesvorsitzende forderte eine Akzentverschiebung in der deutschen Gesellschaft. "Ich wünsche mir, dass das Thema Innere Sicherheit den Stellenwert bekommt, den es in einer Zivilgesellschaft eigentlich haben müsste. In den vergangenen Jahren gab es aber immer nur den Blick auf vermeintliches Fehlverhalten der Polizei", sagte er weiter.

Aufgrund der jüngsten Entwicklungen zu den Übergriffen in Köln diskutierten unter der Leitung von Moderatorin Anke Plättner neben Malchow Prof. Christian Pfeiffer, Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen, Franziska Giffey, Bezirksbürgermeisterin Berlin-Neukölln, und die Journalistin Hannah Lühmann, Die Welt/Welt am Sonntag, zu diesem Thema.