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28.03.2014

IMK-Vorsitzender Jäger im DEUTSCHE-POLIZEI-Exklusivinterview:

Polizei muss nach Großlagen in die Medien-Offensive gehen

Und es müsse dort berichtet werden, wo das Ereignis stattfinde und "es muss am selben Tag passieren, weil bei YouTube und Twitter die Nachrichten schon laufen". Besonders auf links- und rechtsextremistischen Kanälen wird die Polizei nach Konflikteinsätzen oft mit falschen Anschuldigungen überhäuft. Da müsse die Polizei mit ihrer Informationspolitik energisch gegenhalten, so der IMK-Vorsitzende.

Jäger weiter: "Wir dürfen ihnen nicht das Feld überlassen. Aber man muss auch selbstkritisch sagen: Es gibt bei Großlagen faktisch keine fehlerfreien Einsätze." Polizeibeamtinnen und -beamte seien Menschen, und Menschen machten Fehler. Polizei sollte eingestehen können und dürfen, wenn etwas nicht gut gelaufen sei. "Mit einer solchen Haltung behält sie das Vertrauen der Öffentlichkeit."

Die Polizei verfüge über hervorragendes Material, mit dem sie argumentieren könne, erläuterte Jäger, und verwies dabei auf Bildaufnahmen der Beweissicherungs-Trupps. "Ich nehme ein Beispiel aus Nordrhein-Westfalen: Das Spiel Schalke gegen Saloniki. Da ist der Polizei vorgeworfen worden, 80 Verletzte durch den Einsatz von Pfefferspray verursacht zu haben, weil eine Kurve gestürmt wurde. Die polizeilichen Aufnahmen, die ich einige Tage später gesehen habe, zeigen ein völlig anderes Bild." Mit einer schnelleren Pressearbeit lasse es sich vermeiden, dass "sich auf Grund falscher Informationen in der Bevölkerung ein verzerrtes Meinungsbild festsetzt".

Innenminister Jäger zu DP: "Die Bürgerinnen und Bürger haben einen Anspruch auf umfassende Informationen, um sich ein objektives Bild machen zu können."
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