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Gewerkschaft der Polizei zu Demonstrationen und Flüchtlingsstrom

Radek: Drastisches Beispiel für Polizisten ohne Wochenende

Berlin.

Tausende Polizistinnen und Polizisten sind nach Informationen der Gewerkschaft der Polizei (GdP) auch an diesem Wochenende bundesweit für die Gewährleistung der Sicherheit bei Demonstrationen, Fußballspielen und im Zusammenhang mit ankommenden Flüchtlingen angefordert worden. Der stellvertretende GdP-Bundesvorsitzende Jörg Radek warnte am Sonntag in Berlin vor einer ständigen Überlastung der Einsatzkräfte. "Für viele Kolleginnen und Kollegen ist die 7-Tage-Woche mittlerweile Alltag. Die Situation wird durch die politisch erzwungenen Personallücken bei der Polizei in den Ländern und im Bund immer schlimmer. Bis in den Oktober hinein stehen weitere Großeinsätze an. Das ist der direkte Weg zum Polizisten ohne Wochenende“, mahnte der GdP-Vize. Zugleich gebühre den Beamtinnen und Beamten ausdrücklich Dank und Anerkennung für ihre hohe Einsatzbereitschaft.

Größere Gewaltausbrüche in Hamburg und Bremen seien am Samstag vor allem durch eine starke Präsenz der Polizei, eine kluge Einsatztaktik und professionelles Handeln der Einsatzkräfte verhindert worden. "Eben noch waren meine Kolleginnen und Kollegen dabei, rechte und linke Demonstranten zu trennen, dann mussten sie sich schon wieder um die Asylsuchenden kümmern", so der Gewerkschafter weiter..

Zu enorm hohen Belastungen für Polizistinnen und Polizisten führt Radek zufolge der anhaltende Flüchtlingsstrom in Bayern. Am Münchner Hauptbahnhof und in den Aufnahmestellen werde rund um die Uhr alles unternommen, dass die Asylsuchenden in der Größenordnung einer deutschen Kleinstadt menschenwürdig behandelt werden. "Wie katastrophal die Personaldecke ist, zeigt allein der Umstand, dass zur Großlage nach Hamburg abgestellte Einsatzkräfte 24 Stunden später schon wieder in München eingesetzt werden, um angesichts der Menschenmassen für Sicherheit auf dem Bahnhof und der Umgebung zu sorgen", betonte Radek. Er bekräftigte: "Die Länderpolizeien müssen schnellstens personell aufgestockt werden."
Foto: © Semen Grimberg - pixelio.de