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GdP zu Terroranschlag in französischer Hauptstadt

Malchow: "Polizei braucht alle Mittel, um Terrorzellen auf die Spur zu kommen"

Berlin.

Bestürzt äußerte sich der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Oliver Malchow, nach dem Terroranschlag auf eine Zeitschriften-Redaktion in der französischen Hauptstadt Paris, bei dem mindestens zwölf Menschen getötet wurden. "Unser Mitgefühl gilt in dieser Stunde den Hinterbliebenen der Opfer dieser erschütternden Tat. Den Verletzten wünsche ich im Namen meiner Organisation eine baldige und vollständige Genesung."

Ein geplanter Terroranschlag dieser Größenordnung und Brutalität sei mit einem normalen Polizeischutz nicht zu verhindern. Die einzige Chance, ein solches Attentat zu verhindern, sei den Tätern bereits bei der Planung auf die Spur zu kommen. Das bedeute eine intensive nachrichtendienstliche und polizeiliche Überwachung potenzieller Gefährder. Der GdP-Chef bekräftigte seinen dringenden Appell an die Politik, der Polizei alle Mittel an die Hand zu geben, die sie braucht, um Terrorzellen aufzuspüren.

Malchow: "In Deutschland ist es unseren Sicherheitsbehörden in der Vergangenheit gelungen, neun Anschläge zu verhindern, zweimal haben wir Glück gehabt und ein Anschlag forderte den Tod zweier Menschen."

Derzeit werden nach Angaben der GdP von den deutschen Sicherheitsbehörden etwa 230 Personen als hoch gefährlich eingestuft und beobachtet. Weitere rund 300 Personen werden als relevant eingeschätzt. Rund 1.000 Personen umfasst in Deutschland das gesamte islamistisch-terroristische Personenpotenzial. "Dazu ist ein enormer personeller Aufwand für die Polizei nötig und wir beten jeden Tag, dass uns keiner durch die Lappen geht", sagte der GdP-Bundesvorsitzende am Mittwoch in Berlin.