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GdP fordert mehr Sicherheit im öffentlichen Raum:

Witthaut: Geringschätzung der Kriminalitätsopfer ist inakzeptabel

Berlin.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) fordert nach dem brutalen Überfall zum Nachteil eines 29-Jährigen auf dem U-Bahnhof Friedrichstraße in Berlin erneut eine stärkere Polizeipräsenz vor allem in Großstädten und mehr Sicherheitspersonal in den U- und S-Bahnen.

GdP-Vorsitzender Bernhard Witthaut: „Die Bürger geben sich mit Recht nicht mehr damit zufrieden, wenn sie von verantwortlichen Politikern auf die Statistik hingewiesen werden, nach denen solche schweren Straftaten gegen Leib und Leben im Vergleich zur Einwohnerzahl einer Millionenstadt eher selten sind.“

Es sei kein Wunder, so Witthaut, wenn jugendliche Täter den öffentlichen Raum mittlerweile als rechtsfreien Raum betrachten, in dem es kaum noch jemanden gibt, der sie zur Ordnung ruft und Verstöße gegen Recht und Gesetz, Sicherheit und Ordnung, nur lapidar geahndet werden.

Nach den jüngsten Daten des Statistischen Bundesamtes in Karlsruhe wurden im Jahr 2009 rund sechs Millionen Kriminalitätsfälle polizeilich registriert. Hiervon wurden 30 Prozent wegen Geringfügigkeit eingestellt. Witthaut:„ Hinter den zwei Millionen eingestellten Strafverfahren stehen zwei Millionen Opfer, denen der Staat sagt, so schlimm sei das, was ihnen widerfahren ist, ja gar nicht. Dies ist eine völlig inakzeptable Geringschätzung der Kriminalitätsopfer.“

Auch im jüngsten Fall eines versuchten Totschlags in Berlin, bei dem der geständige Täter aufgrund seines Alters sofort Haftverschonung erhielt, so Witthaut, ließe sich der Eindruck schwer ausräumen, als mache man sich über die Zukunft der Täters mehr Gedanken, als über das weitere Schicksal des Opfers.