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NRW: Arnold Plickert mit überwältigender Mehrheit als GdP-Vorsitzender wiedergewählt

Dortmund.

Mit großer Mehrheit hat der in Dortmund tagende Delegiertentag der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Nordrhein-Westfalens den bisherigen Landesvorsitzenden Arnold Plickert für weitere vier Jahre im Amt bestätigt. Auf den 57-Jährigen entfielen 96,8 Prozent der abgegebenen Stimmen. In einer Grundsatzrede hatte der GdP-Landesvorsitzende zuvor angekündigt, den Widerstand gegen den drohenden Personalabbau bei der Polizei zu erhöhen. "Seit 2000 hat die Landesregierung 1.900 Stellen bei der Polizei abgebaut. Den Preis für die verfehlte Personalpolitik zahlen die Bürger in Form von stagnierenden Aufklärungsquoten", sagte Plickert. "Es reicht. Einen fortgesetzten Personalabbau bei der Polizei darf es nicht geben!"

Trotz der von Rot-Grün bereits beschlossenen Erhöhung der Einstellungszahlen auf 1.500 Kommissaranwärterinnen und -anwärter bildet NRW nicht genügend Nachwuchspolizisten aus, um die in den nächsten Jahren auf die Polizei zurollende gigantische Pensionierungswelle auszugleichen. "Wird die Einstellungszahl nicht erneut erhöht, gehen uns bis 2020 mehr als 600 Polizisten verloren. Bis 2025 werden es sogar 3.700 sein, mit verheerenden Folgen für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger", warnte Plickert. Die GdP dringt zudem auf einen Abbau krankmachender Arbeitsbedingungen bei der Polizei. "Außerhalb der Polizei gibt es keine Branche, in der im Schichtdienst dauerhaft in einer 41-Stunden-Woche gearbeitet wird", sagte Plickert. "Die überlangen Arbeitszeiten bei der Polizei führen nicht zu mehr Sicherheit der Bürger, sondern nur zu noch mehr Dauererkrankten in den Wachen und den Kriminalkommissariaten. Das muss sich dringend ändern."

Die GdP warnte zugleich davor, dass sich in der Gesellschaft "das Recht des Stärkeren" durchsetzt. "Wenn immer mehr Gruppen selbst zu bestimmen versuchen, was für sie Recht und Gesetz ist, dann ist das ein gesellschaftliches Problem, das man nicht kleinreden darf", sagte Plickert weiter. Er betonte: "Das Klima wird rauer. Werteverfall, steigende Brutalität und eine sinkende Hemmschwelle gehören zu unserem Alltagsgeschäft".

Plickert ist Erster Polizeihauptkommissar. Vor seiner Wahl zum Landesvorsitzenden der GdP war er mehr als 17 Jahre bei der Bereitschaftspolizei in Bochum eingesetzt, drei Jahre davon als deren Leiter. 2004 wurde er erst in den Bezirks-, 2007 in den Hauptpersonalrat der Polizei gewählt. Von Dezember 2009 bis zu seiner Wahl an die Spitze des GdP-Landesbezirks NRW im November 2012 war er dessen Vorsitzender. Seit Januar 2013 ist Plickert zudem stellvertretender Bundesvorsitzender der GdP.