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25 Jahre Seniorengruppe Bund

Witthaut: „Die Senioren sind ein Aktivposten in unserer Gewerkschaft der Polizei“

Berlin.

In einem festlichen Rahmen mit Freunden und Gästen beging die Bundesseniorengruppe der Gewerkschaft der Polizei (GdP) im Mai in Berlin ihr 25-jähriges Bestehen. „Ich freue mich, dass so viele Kolleginnen und Kollegen, die alle ein Stück Gewerkschaftsgeschichte mitgeschrieben haben und immer noch mitgestalten, zwei Tage mit uns in Berlin verbringen. Ich freue mich dass sie rückwärtsblickend, vorwärtsdenkend – Visionen entwickeln wollen, die wir mitnehmen können für die weitere gewerkschaftliche Arbeit,“ begrüßte der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Bernhard Witthaut die aktiven Jubilare und Jubilarinnen. Witthaut: „25 Jahre Seniorenarbeit ist eine gute Zeit, auf die wir zurückblicken. Die Senioren sind ein Aktivposten in unserer Gewerkschaft.“

Anton Wiemers, amtierender Vorsitzender des Bundesseniorenvorstandes ließ in seiner Rede keinen Zweifel daran, dass die Vertretung der rund 30.000 aus dem Dienst ausgeschiedenen Polizeibeschäftigten in der GdP, sich auch künftig nicht auf die Parkbank setzten lässt. Kämpferisch wie immer klagte er mehr Beteiligung und Kompetenzen zur Gestaltung der Gewerkschaftspolitik ein und mahnte auch den Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB), die Senioren aktiver an der Politik zu beteiligen.

Anton Wiemers: „Muss es uns Gewerkschafter nicht nachdenklich machen, dass immer mehr Bürgerstiftungen Gemeinsinn organisieren und die Plattform bieten, auch im Alter mit seinem Geld und seiner Zeit etwas Sinnvolles für das Allgemeinwohl zu leisten? Wiemers versicherte: „Wir nehmen die Probleme und Herausforderungen des Alltags an, die Kolleginnen und Kollegen haben einen Anspruch darauf. Es wird honoriert, dass man sich klar für die Kolleginnen und Kollegen einsetzt. Es ist mühsam: Wir müssen fast bei jeder Kleinigkeit Mitbestimmung einklagen. Aber: Gewerkschafter haben keine Angst. Wir Älteren haben klare Ziele. Wir werden für unsere Rechte kämpfen!“

Die Gewerkschaften, so der Bundesseniorenvorsitzende, sollten mit der Kraft ihrer Seniorinnen und Senioren ihre politischen Einfluss nutzen und für menschenwürdigere Lebensbedingungen im Alter, insbesondere in der Pflege einsetzen. Wiemers, nannte es einen Skandal, dass zehntausende alte Menschen in Pflegeheimen gefesselt würden, oft gegen ihren Willen. Wiemers: „Sie müssen ruhiggestellt werden, ob mit Medikamenten, Bettgittern oder Gurten, weil sonst die überlasteten, unterbesetzten und unterbezahlten Pflegerinnen und Pfleger ihre Aufgabe nicht mehr bewältigen können.“ Das Geld hierfür sei da, so Wiemers. Mit einer effizienteren Bekämpfung der Wirtschaftskriminalität und der Ausrottung der Zockerei auf den Kapitalmärkten sei der Sozialstaat ohne weiteres zu sichern.

Auch den nachfolgenden Generationen, selbst in der eigenen Organisation, gilt die Aufmerksamkeit der kämpferischen Alten: „Wie sieht es aus mit der Fürsorge für Vorstandsmitglieder aus? Wie sieht es mit der Fürsorge für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Gewerkschaft aus? Wie sieht es mit der Mitbestimmung in gewerkschaftseigenen Betrieben aus? Welchen Stellenwert hat die Anerkennungskultur?“ Seine unter der Überschrift „Zeitreise“ gestellten, nicht selten provokativen Botschaften beendete der Bundesseniorenvorsitzende mit den Worten: „Wichtig war und ist mir, die Seele der Älteren in der GdP darzustellen, damit wir aufeinander zugehen können, denn unsere Stärke liegt im Miteinander.“

Willi Bruelheide, erster Vorsitzender der GdP-Seniorengruppe Bund, verstarb am 25. Mai 2012 in Altenholz bei Kiel.

Wenige Tage vor seinem Tod hatte der 91-jährige noch an der Jubiläumsfeier der GdP-Senioren in Berlin als Ehrengast teilgenommen.
Willi Bruelheide verstorben

Nachruf des Landesbezirks
Schleswig-Holstein

Willi Bruelheide verstarb 91-jährig am 25. Mai 2012 in Altenholz bei Kiel. Mit Dankbarkeit und Respekt denken wir an seine vielfältigen Arbeiten für Gewerkschaft und Personalrat.

Er gehörte mit seinem Beitritt am 1. August 1948 zu den Gründungsmitgliedern der Gewerkschaft der Polizei. Als zunächst typischer Landbeamter kümmerte er sich um deren Interessen.

Bereits für die erste Personalvertretung 1950 kandidierte Bruelheide und wurde auf Landesebene gewählt. Der Personalvertretung ist er bis zu seinem Ruhestand 1980 treu geblieben. 1979 überreichte ihm der damalige Innenminister, Uwe Barschel, für sein Engagement den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland.

Im GdP-Landesbezirk Schleswig-Holstein kümmerte er sich, nach seinem Ausscheiden aus der Polizei, um die Ruhestandsbeamten und Hinterbliebenen, Rentner und Rentnerinnen. Das führte schließlich dazu, dass auch im Landesbezirk Schleswig-Holstein eine Seniorengruppe gegründet wurde. Im April 1990 wurde er bei der ersten Seniorenkonferenz des Bundes (in Kiel) zum Seniorenvorsitzenden auf Bundesebene gewählt und war damit Mitglied des GdP-Bundesvorstandes. Dieses Amt übte er acht Jahre aus.

Die Seniorengruppe in Schleswig-Holstein wählte ihn 2001 zu ihrem Ehrenvorsitzenden, der Delegiertentag im gleichen Jahr zum Ehrenvorstandsmitglied. Trotzdem nahm er weiter aktiv am gewerkschaftlichen Geschehen teil.

Wir trauern um eine Persönlichkeit, die der Personalvertretung und Gewerkschaft mit Witz und Humor, mit Schlagfertigkeit und Rhetorik ihre Prägung gegeben hat.

Wir gedenken in Verbundenheit seiner Angehörigen.

Der Landesvorstand



Klicken Sie sich bitte im Anschluss durch die Fotogalerie der GdP-Festveranstaltung "25 Jahre Seniorengruppe Bund" am 10. und 11. Mai 2012 in Berlin: