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Zuwendung des Hilfs- und Unterstützungsfonds für zwei Polizeibeamte aus Kiel - Hilfs- und Unterstützungsfonds der Polizei übergibt Zuwendung am 2. Februar 2015 in Kiel

GdP Schleswig-Holstein: Hilfsfonds unterstützt bei lebensbedrohlicher Attacke verletzte Kollegen

Kiel.

Am 2. Februar 2015, 15.00 Uhr wird der Vorsitzende des Hilfs- und Unterstützungsfonds der Polizei, Klaus Schlie, Landtagspräsident, an zwei Polizeibeamte aus Kiel die Zuwendung für eine Kur- und Betreuungsmaßnahme übergeben.

Ein 50-jähriger Kieler tötete auf dem Balkon seiner Wohnung am Kieler Südfriedhof seine Mutter mit Golfschlägern. Dann bereitete er sich auf einen weiteren Angriff auf die beiden inzwischen am Tatort eingetroffenen Polizeibeamten vor. Dazu stellte die Schläger im Flur der Wohnung zurecht. Nachdem die Beamten die Tür eingetreten hatten, attackierte er sie wild mit diesen Golfschlägern. Dabei wurden die Beamten nicht unerheblich geschädigt. Den einen Beamten verletzte er so stark, dass man auf dem Oberarm noch Tage danach den Hersteller des Golfschlägers lesen konnte. Nur durch eine schnelle Reaktion konnte verhindert werden, dass er nicht am Kopf getroffen wurde. Den anderen Beamten griff er ebenfalls mit den Golfschlägern zweimal an. Dem ersten Schlag konnte der Beamte noch ausweichen. Mit dem zweiten Schlag zielte er gegen den Kopf. Auch hier konnte durch schnelle Reaktion die Intensität des Schlages gerade noch vom Kopf auf den Arm gelenkt werden.

Dies war der Grund für eine Zuwendung des Hilfs- und Unterstützungsfonds. Beide Beamte fahren – getrennt – mit ihren Lebensgefährtinnen zu Kur- und Betreuungsmaßnahmen ins Allgäu.

Der Hilfs- und Unterstützungsfonds für Polizeibeschäftigte und deren Familien in Not e.V. ist eine gemeinnützige Einrichtung, die es sich seit dem Jahre 2001 zur Aufgabe gemacht hat, im Dienst schwer verletzten oder gar getöteten Polizeibeamten bzw. deren Angehörigen und Familien in ihrer schwierigen Situation mit einer Zuwendung, die den speziellen Verhältnissen angemessen ist, unter die Arme zu greifen.

Der Hilfs- und Unterstützungsfonds der Polizei hat seit Bestehen in über 81 Fällen bei Polizeibeamtinnen und -beamten, die bei Einsätzen Opfer von gewalttätigen Angriffen wurden und sich dabei schwere Verletzungen zugezogen hatten, Unterstützung durch Zuwendungen geleistet. Dabei wurden Zuwendungen in Höhe von ca. 144.000 € ausgekehrt. Der Vorsitzende des Hilfs- und Unterstützungsfonds der Polizei Klaus Schlie: "Wir sind uns darüber im Klaren, dass diese Unterstützung weder eine Verarbeitung der Erlebnisse noch eine Wiedergutmachung darstellen kann. Sie ist aber ein Zeichen gesellschaftlicher Solidarität."

2013 gab es in Schleswig-Holstein 1.188 Fälle von Widerstandshandlungen und Gewaltdelikte, in denen 354 Beamtinnen und Beamte verletzt wurden. Das bedeutet, durchschnittlich jeden Tag hat es in Schleswig-Holstein mehr als drei Übergriffe gegeben. Die Vorfälle ereigneten sich im überwiegenden Teil bei dem "normalen" Polizeidienst wie Präsenzstreifen, Familienstreitigkeiten, aber auch bei Festnahmen und Durchsuchungen.

Der Hilfsfonds arbeitet rein ehrenamtlich; Vorstandsmitglieder sind Landtagspräsident Klaus Schlie, Minister a.D. Prof. Günther Jansen, Jens Ruge, früherer FDP-Landespolitiker, Uwe Müller, Polizeidirektor a.D., und Karl-Hermann Rehr, Landesgeschäftsführer der GdP Schleswig-Holstein. Ehrenvorstandsvorsitzender ist Landespolizeidirektor a.D. Wolfgang Pistol.

Der Hilfsfonds verfügt ausschließlich über Spenden von Bürgerinnen und Bürgern, die sich der Arbeit der Polizei verpflichtet fühlen.

Die Kontoverbindung des Hilfs- und Unterstützungsfonds lautet:

PSD Bank Kiel eG
IBAN: DE47 2109 0900 2902 9836 00
BIC: GENODEF1P11