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Die Anhebung der Altersgrenze ist ein personalwirtschaftlicher Offenbarungseid!

Sie sind lange bekannt, die Ruhestandsdaten in der Bundespolizei. Genauso lange wurden sie als Grundlage für die Einstellungen ignoriert. Nun leistet das Bundespolizeipräsidium seinen personalwirtschaftlichen Offenbarungseid. Aufgrund der geringen Einstellungen in den Jahren 2010 und 2011 besteht aktuell ein Bedarf an Polizeivollzugsbeamten. Deshalb wird die individuelle Möglichkeit für jene eröffnet, die im Jahr 2014 planmäßig […]

Jörg Radek, stellv. Vorsitzender des GdP Bezirks Bundespolizei

Jörg Radek, stellv. Vorsitzender des GdP Bezirks Bundespolizei

Sie sind lange bekannt, die Ruhestandsdaten in der Bundespolizei. Genauso lange wurden sie als Grundlage für die Einstellungen ignoriert. Nun leistet das Bundespolizeipräsidium seinen personalwirtschaftlichen Offenbarungseid. Aufgrund der geringen Einstellungen in den Jahren 2010 und 2011 besteht aktuell ein Bedarf an Polizeivollzugsbeamten. Deshalb wird die individuelle Möglichkeit für jene eröffnet, die im Jahr 2014 planmäßig in den Ruhestand treten könnten, ihre Dienstzeit gem. § 53 BBG bis Ablauf 31.Jaunuar 2015 zu verlängern. Für die Angehörigen der Direktionen Frankfurt/ Main, Koblenz, München Stuttgart, Stankt Augustin und in der Bereitschaftspolizei, die in den Jahren 2014 und 2015 in den Ruhestand eintreten, gilt die Öffnung bis zum Ende Januar 2016. Diese Regel trifft für den mittleren Dienst zu. Im gehobenen Dienst gelten weiterhin die Einzelfallentscheidungen.
Diese Entscheidung des Bundespolizeipräsidiums ist zynisch, weil sie die wissenschaftlich nachgewiesenen Überlastungen ausblendet. Die Überalterung in der Bundespolizei und den einhergehenden negativen Folgen für die Gesundheit der Beschäftigten und die Aufgabenerfüllung kann nur durch einen deutlichen Verjüngungsschub entgegengewirkt werden. Die Verantwortlichen für die Einstellungspraxis haben die gewerkschaftliche Kritik der letzten Jahre an den zu geringen Einstellungszahlen nicht wahr haben wollen. Eine Altersstrukturanalyse ist unterlieben oder es wurden die falschen Schlüsse daraus gezogen. Im Ergebnis wurde eine Entwicklung verschlafen. Die Anhebung der Altersgrenze ist vielfältige Weise eine Zumutung und keine Lösung für die Personalsituation in der Bundespolizei. Es besteht ein Personalbedarf an jungen Menschen um die Altersstruktur für die Bundes-polizei zu verbessern. Stattdessen wird die verlängerte Lebensarbeitszeit noch einmal verlängert. Bei allem Verständnis für individuelle Möglichkeiten. Grundsätzlich leben die Menschen nicht, um zu arbeiten. Offensichtlich hofft die Oberbehörde durch Veränderungen der persönlichen Lebensentwürfe die Personallücken zu füllen. Prinzip Hoffnung bei der Personalentwicklung ist keine Grundlage für ein Konzept. Es mutet den Beschäftigen ein Stückwerk zu. Betrachten wir die Einsatzanforderungen und Einsatzlagen die von den Kolleginnen und Kollegen zu bewältigen sind besteht ein Bedarf an jungem Nachwuchs. So ist die Bundespolizei auf dem Weg zu einer „Opa-Polizei“.
Das Eingeständnis am Ausbildungsmarkt nicht genügend Nachwuchs gewinnen zu können, ist auch ein Ergebnis der mangelhaften Attraktivität für Berufsanfänger.
Der demografische Wandel hätte eine vorausschauende Personalpolitik erfordert. Stattdessen wurden die Köpfe in den Sand gesteckt. An Mahnungen und Vorschlägen hat es nicht gemangelt. Der Deutsche Bundestag hat sich auf unsere Initiative hin in einem Entschließungsantrag ebenfalls klar und eindeutig für diesen Weg ausgesprochen. Die Verantwortung wurde nun in die Lebensentscheidung der Mitarbeiter gelegt. Also weggedrückt.
Nachhaltigkeit in der Personalwirtschaft geht anders. Sie sieht nicht nur den Staatsdiener, sondern auch den Menschen.
Mit einer dezentralen Personalverantwortung für Werbung und Einstellung bei den Direktionen können wir den Personalbedarf regional ermitteln und decken.
Einen Kaufkraftausgleich für die Hochpreisregionen bei den Mieten und für die Dinge des alltäglichen Bedarfs.
Verlässlichere Dienstplanung und Langzeitarbeitszeitkonten würdigen die unterschiedlichen Lebensphasen der Menschen.
Personalkonzepte machen ganzheitliche Angebote und drücken die Verantwortung nicht weg!
Jörg Radek

Presse: Mitteldeutsche Zeitung

Presse: Extremnews

Presse: Ad Hoc News