Zum Inhalt wechseln

Polizeiliche Kriminalstatistik 2001

Erschreckende Kriminalitätsentwicklung trotz guter polizeilicher Arbeit

Berlin/Hilden.

Mit der offiziellen Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik fühlt sich die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in ihrer Sorge bestätigt, dass die Bereitschaft, Gewalt anzuwenden, weiter zugenommen hat. So ist das Risiko, Opfer einer Gewalttat zu werden, erneut um 1,4 Prozent gestiegen. GdP-Vorsitzender Konrad Freiberg: "Die furchtbaren Ereignisse von Erfurt und die Krawalle um den 1. Mai decken sich nicht mit dem Fazit des Bundesinnenministers einer insgesamt positiven Bilanz der inneren Sicherheit."

Gleichwohl hat die Polizei im vergangenen Jahr außerordentliche Leistungen erbracht. Trotz der personalintensiven Schutz- und Sicherungsmaßnahmen und kriminalpolizeilichen Ermittlungen seit dem 11. September 2001 hat sie wieder weit aus mehr Fälle aufgeklärt als im Jahr zuvor.

Freiberg: "Es gibt insgesamt keinen Grund zur Entwarnung, da die Zahl der registrierten Straftaten weder ihr sehr hohes Niveau der letzten Jahre verlassen hat, noch sich wenigstens stabilisierte. Tatsächlich erklomm sie mit einer Steigerung um 1,6 Prozent neue Höhen. Ohnehin sind wir der Meinung, dass die Summe der tatsächlich begangenen Straftaten weitaus höher ist, als die Zahl der Delikte, die der Polizei bekannt geworden sind. Ein Beispiel der 1. Mai-Krawalle: jeder Steinwurf auf einen Polizeibeamten war eine versuchte gefährliche Körperverletzung bzw. gar ein Mordversuch. Würden nur diese Taten zusätzlich erfasst, sähe die Kriminalstatistik wesentlich anders aus. Dies gilt für fast alle Deliktsbereiche."