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Nachwuchssorgen in der GSG 9:

GdP-Chef Freiberg: Attraktivität der BGS-Spezialeinheit weiter steigern

Berlin/Hilden.

"Die anspruchsvolle Arbeit in der GSG 9 des Bundesgrenzschutzes (BGS) muss für geeignete Interessenten noch attraktiver werden, sonst könnte die Einsatzbereitschaft der Spezialeinheit eines Tages aufgrund Nachwuchsmangels gefährdet sein", betonte der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Konrad Freiberg, am Donnerstag, 13. Juni 2002, am Rande eines Informationsbesuches am BGS-Standort St. Augustin bei Bonn.

Freiberg, der vom Vorsitzenden des Bezirks BGS in der Gewerkschaft der Polizei, Josef Scheuring, und vom GSG 9-Personalratsvorsitzenden Bernd Freund sowie dem Vorsitzenden der Kreisgruppe GdP GSG 9, Jörg Jung, begleitet wurde, führte Gespräche mit Abteilungspräsident Harald Dippel vom Bundesgrenzschutzpräsidium West sowie mit Einsatzkräften und dem Leiter der Dienststelle, Leitender Polizeidirektor Friedrich Eichele. Der GdP-Vorsitzende zeigte sich erfreut über den hohen Ausbildungsstand und die trotz aller Belastungen sehr hohe Motivation der Polizeibeamten in der Spezialeinheit.

Freiberg: "Wenn man bedenkt, dass die hohen Anforderungen an psychischer und physischer Leistungsbereitschaft gerade einmal mit einer Erschwerniszulage von ca. 150 Euro brutto monatlich abgegolten werden, ist es nicht verwunderlich, dass immer weniger geeignete junge Menschen sich für den Dienst in der GSG 9 bereit finden."

Bereits heute fehlen dieser Spezialeinheit des BGS eine nicht unbeträchtliche Anzahl von Polizeivollzugsbeamten im operativen Bereich. Freiberg plädierte dafür, die laufbahnrechtlichen Perspektiven für die GSG 9 z. B. durch Sonderregelungen in der Laufbahnverordnung und die Einführung der zweigeteilten Laufbahn weiter zu verbessern.

Freiberg: "Es kann keinen Zweifel daran geben, dass die enormen Anforderungen und der verantwortungsvolle Auftrag dem gehobenen und höheren Dienst der Polizei zuzuordnen sind."