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Die Nachrichtenagentur "ddp" berichtet:

Polizeigewerkschaft beklagt zunehmende Übergriffe auf Beamte

Berlin.

(ddp). Die 266 000 Polizisten in Deutschland sind nach Darstellung der Gewerkschaft der Polizei (GdP) zunehmenden Attacken von Teilen der Bevölkerung ausgesetzt. Die Gefahren dieses Berufes seien gestiegen, "immer häufiger werden wir mit Gewalt konfrontiert", beschrieb der GdP-Vorsitzende Konrad Freiberg am Dienstag auf dem Bundeskongress der Gewerkschaft in Berlin den Berufsalltag der Polizei.

So sei allein die Zahl der Widerstände gegen die Staatsgewalt im vergangenen Jahrzehnt um etwa 50 Prozent auf rund 25 600 Fälle im Vorjahr angewachsen. Der Streifendienst der Polizei, aber auch die Arbeit der Feuerwehr und des Zolls sei "ohne Zweifel gefährlicher geworden", betonte der GdP-Chef.

Zugleich kritisierte Freiberg, dass bei einer steigenden Zahl von Großeinsätzen immer weniger Personal zur Verfügung stehe. "Angesichts der bedrohlichen Sicherheitslage sind die Personalkürzungen verantwortungslos, und das wird sich auch noch rächen", sagte er.

Als "politisches Trauerspiel erster Güte" bezeichnete der Gewerkschaftschef die scheinbar "unendliche Geschichte" zum Aufbau eines bundesweiten Digitalfunks für die Polizei. "Noch immer gibt es keine abschließende verlässliche Planung, lediglich Absichtserklärungen", rügte Freiberg und fügte hinzu: "Dies ist ein eklatantes Beispiel für politisches Versagen mit kaum abzuschätzenden Nachteilen für die innere Sicherheit."

(Originaltext: ddp, 14.11.2006)