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Flächendeckende Ausstattung mit Schutzwesten soll endlich umgesetzt werden

Spinrath: Worten müssen Taten folgen

Hilden/Wiesbaden.

Mit Genugtuung sieht die Gewerkschaft der Polizei (GdP) die gestrige Vereinbarung der Innenminister der Länder und des Bundes, Polizistinnen und Polizisten im alltäglichen Dienst besser schützen zu wollen.

"Nach vielen Jahren unermüdlicher Gewerkschaftsarbeit auf jeder Ebene soll nun endlich die alte GdP-Forderung nach einer flächendeckenden Ausstattung der Beamtinnen und Beamten mit schuss- und stichfesten Schutzwesten umgesetzt werden. Die GdP wird sich intensiv darum kümmern, dass den vielversprechenden Worten auch Taten folgen werden", sagte der GdP-Vorsitzende Norbert Spinrath vor der heute stattfindenden Trauerfeier für den am 22. Juni bei einer Personenkontrolle erschossenen Polizeibeamten Ingo Grebert. Traurig stimme allerdings, dass sich erst spektakuläre Morde an Polizeibeamten ereignen müssten, bis politische Entscheidungsträger über ihren Schatten sprängen und erklärten, dass "geeignete Maßnahmen nicht an Haushaltszwängen scheitern dürfen", so der GdP-Vorsitzende.

Die GdP lädt die Innenminister ein, sich an der von GdP und dem Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen e.V. (KFN) gemeinsam initiierten systematischen Untersuchung lebensbedrohlicher Angriffe auf Polizeibeamte zu beteiligen. "Die Notwendigkeit einer verstärkten Erforschung und Bekämpfung der Ursachen von Gewalt haben die Innenminister bestätigt. Wir sind für jede das Projekt voranbringende Mitarbeit offen", sagte Spinrath. Man müsse deutlich mehr über die Hintergründe solcher lebensbedrohlichen Angriffe wissen. Deshalb werde das KFN die letzten rund 500 Fälle lebensbedrohlicher Angriffe auf Polizeibeamtinnen und -beamte systematisch wissenschaftlich untersuchen. Die GdP erwartet von dieser Fallstudie Aufschlüsse über Fallkonstellationen, die auf bestimmte Gefahrensituationen hindeuten. Tätertypologien und deren Verhaltensweisen würden dazu dienen, das "eigene Gefahrenradar zu schärfen". Der Diskussion über veränderte Polizeitaktiken würde die Studie ein solides Fundament bieten.

Die Gefahr, Opfer eines Gewalttäters zu werden, bestehe für Polizeibeamte weiterhin. Nach den Tagen der Trauer, der Bestürzung und der vielen Vorschläge zum besseren Schutz für Polizisten dürfe jetzt nicht der Alltag einkehren, das Thema müsse ganz oben auf der Tagesordnung bleiben, so der GdP-Vorsitzende.