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Kein Alkoholverkauf in Tankstellenshops

Hilden.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) fordert, den Alkoholverkauf an Tankstellen zu verbieten. GdP-Vorsitzender Konrad Freiberg: "Fast jeder 7. Verkehrstote geht auf das Konto eines Alkoholunfalls. Das wachsende Geschäft mit dem Alkohol ausgerechnet an den Stellen, an denen Kraftfahrer einkaufen, konterkariert jede Aufklärungskampagne gegen die Trunkenheit am Steuer."

Tankstellen würden nach Beobachtungen der Gewerkschaft der Polizei vor allem in den Abendstunden und nachts zunehmend zum beliebten Treffpunkt motorisierter Jugendlicher und Heranwachsender, die dort Alkohol konsumieren oder sich dort mit alkoholischen Getränken versorgen. Diese Altersgruppe sei auch an den alkoholbedingten Unfällen überproportional beteiligt.

Freiberg: "Der Löwenanteil der alkoholbedingten Unfälle ereignet sich abends und nachts. Zwar haben dann Gaststätten geöffnet, aber es muss ja nicht unbedingt sein, dass Alkohol dann auch noch massenweise in Tankstellen-Shops gekauft werden kann." Der Kampf gegen den Alkoholmissbrauch führe nach Auffassung der Gewerkschaft der Polizei in der Drogenbekämpfung ohnehin ein Schattendasein. Das sei umso unverständlicher, so der GdP-Vorsitzende, als 2,5 Millionen Menschen in Deutschland alkoholabhängig seien und die gesellschaftlichen Kosten des Alkoholmissbrauchs auf 5 bis 6 Prozent des Bruttosozialproduktes eines Landes geschätzt würden. Freiberg: "Ein Drittel der Jugendlichen trinkt regelmäßig, 200 000 Jugendliche trinken täglich Alkohol. Wesentlich mehr Jugendliche sind von Alkohol abhängig als von anderen harten Drogen. Hier muss der Gesetzgeber aktiv werden."