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GdP: Mehr als 100 Mio. DM Schaden bei der Polizeilichen Datenverarbeitung INPOL neu

HILDEN.

Einen völligen Neunanfang für das gemeinsame Fahndungssystem der Polizei in Bund und Ländern (INPOL-neu) fordert die Gewerkschaft der Polizei (GdP), nachdem das seit den 90er Jahren geplante Projekt, das in diesem Jahr seinen ersten Probelauf beginnen sollte, gescheitert ist.

GdP-Vorsitzender Konrad Freiberg: "Nach groben Schätzungen ist bisher ein Schaden von über 100 Millionen DM entstanden. Die Schuldfrage haben andere zu untersuchen. Wichtig ist nun, vor allem im Hinblick auf die derzeitige Bedrohungslage, dass die Polizei rasch einen funktionierenden Datenverbund erhält, der es erlaubt, dass mit einer Anfrage auf mehrere Datensysteme zugleich zugegriffen werden kann und das die Recherchemöglichkeiten verbessert." Die Gewerkschaft der Polizei hatte bereits in der Vergangenheit warnend darauf hingewiesen, dass INPOL-neu, so wie es geplant war, sich als zu komplex und für die polizeiliche Praxis zu aufwendig darstellt.
Freiberg: "Was die Kolleginnen und Kollegen in der Sachbearbeitungs- und Fahndungsarbeit vor Ort brauchen, ist ein anwenderfreundliches System, das ihnen die Möglichkeit gibt, Daten nur einmal zu erfassen und auf elektronischem Wege weiter zu verarbeiten. Gleichzeitig soll es Erkenntnisse über Personen und Sachen aus allen polizeiinternen Datensystemen mit einer einzigen Anfrage liefern können.

Freiberg: "Es ist zu bedauern, dass in vielen Bundesländern die landeseigenen Datensysteme hervorragend funktionieren, aber eine bundesweite Vernetzung bislang gescheitert ist." Die Gewerkschaft der Polizei fordert die Ständige Konferenz der Innenminister und -senatoren des Bundes und der Länder (IMK) auf, einen Neustart von INPOL-neu zu beschließen, statt weiterhin an den Problemen des gescheiterten Projekts herumzudoktern.