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Kriminalität/(dpa-Gespräch)

Gewerkschaft der Polizei fürchtet um Bürgernähe der Polizei

Düsseldorf (dpa/lnw) - .

Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei fürchtet nach den tödlichen Schüssen auf Polizisten im Ruhrgebiet um die Bürgernähe der Polizei. In einem Gespräch mit der dpa sagte Norbert Spinrath am Mittwoch: "Immer häufiger werden Polizisten Opfer von Angriffen in Alltagssituationen."

Bei den Beamten könne der Eindruck entstehen, dass jeder, der auf sie zugehe, ein potenzieller Angreifer ist. "Daraus entstehen Gefahren für das Verhältnis von Polizei und Bürger." Darum mache er sich große Sorgen, so Spinrath.

"Schließlich können die Kollegen nicht bei jeder Amtshandlung mit gezogener Waffe auf die Bürger zugehen", sagte Spinrath weiter. "Ich möchte, dass das Verhältnis offen bleibt." Es entstehe ein schwieriger Spagat zwischen Bürgernähe und nötiger Eigensicherung von Polizisten.

Spinrath forderte deshalb bessere Aus- und Fortbildungsprogramme für Alltagssituationen. Es gebe zwar viele Programme, doch bei diesen werde häufig eine kontrollierbare Situation wie bei Banküberfällen geübt. Zudem verlangte der Gewerkschaftsvorsitzende von den Innenministern Schutzwesten für Polizisten, die gegen Schuss- und Stichverletzungen helfen. Er gab jedoch zu, es gebe auf dem Markt noch keine solche Weste, die auch tragbar sei. "Gegen die zunehmende Brutalität helfen nur Westen und bessere Ausbildung."

Spinrath sagte: "Die Brutalität in der Gesellschaft nimmt zu." In den Kriminalitätsstatistiken tauchten immer mehr Gewalt- und Rohheitsdelikte auf. "Es gibt auch immer mehr Gewalt gegen Polizisten." Zu den Schüssen auf die Polizisten sagte Spinrath: "Es hat mich sehr erschüttert, als ich von dem Vorfall hörte. Es ist schlimm, wie gefährdet die Kollegen im alltäglichen Dienst sind."