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Freiberg: Europa stärker in die Pflicht nehmen

GdP-Chef bekräftigt Afghanistan-Forderung

Berlin.

In einem Interview mit dem Deutschlandradio Kultur hat der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Konrad Freiberg, eine Aufstockung des europäischen Kontingents an Polizeiausbildern für Afghanistan gefordert. Im letzten Jahr sei die deutsche Polizei mit lediglich rund 40 Personen in Afghanistan vertreten gewesen, sagte Freiberg. Damit könne man keine Polizei von 80.000 Leuten aufbauen.

"Die Europäer sind jetzt gefordert, auch natürlich die Deutschen, diese Kontingente zu erhöhen, damit wir dort eine vernünftige Polizeiausbildung machen können", so der GdP-Chef.

Freiberg verwies auf die großen Schwierigkeiten, mit denen die Polizisten vor Ort konfrontiert seien. So sei über die Hälfte der Leute Analphabeten, "auch der Leute, die wir ausbilden". Hinzu komme "das Thema der Korruption", beklagte der GdP-Chef: "Das heißt, auch viele Polizisten, die wir ausbilden, gehen dann zu Rauschgifthändlern in ihre Clans zurück."

Freiberg begrüßte die neue Afghanistan-Strategie der NATO unter Federführung des amerikanischen Präsidenten: "Ich glaube, der Weg, den Obama geht, ist der einzig realistische."

Der GdP-Chef mahnte an, für die Sicherheit der nach Afghanistan entsandten deutschen Polizisten zu sorgen: "Wir sind als Polizisten kein Teil einer Bürgerkriegspartei, wir sind eine zivile Polizei, und deswegen müssen wir darauf achten, dass unsere Kolleginnen und Kollegen, die dort hingehen, auch sicher untergebracht sind."

Hier das Interview in der Abschrift des DLR (pdf-Dokument)

Quelle: Deutschlandradio Kultur, 8. April 2009