Durch die Fußball-Weltmeisterschaft hat die Bekämpfung von Menschenhandel und Zwangsprostitution an Aufmerksamkeit gewonnen -doch erfolgreich können sie nur geahndet werden, wenn zahlreiche langfristige und nachhaltige Maßnahmen greifen.
In den letzten Jahren hat die Frauengruppe (Bund) der GdP viele Informationen zusammengetragen, Gespräche mit Fachleuten geführt und einen umfangreichen Forderungskatalog zur effektiven Bekämpfung von Menschenhandel und Zwangsprostitution erarbeitet.
Erstes Ergebnis dieser Arbeit war derLeitantrag „Handeln gegen Menschenhandel zur 4. Bundesfrauenkonferenz der GdP am 20./21. März 2006 in Bayreuth, den sich durch den Beschluss des Bundeskongresses im November 2006 die gesamte GdP zu eigen gemacht hat: Kernforderungen sind die Verbesserung des Opferschutzes und die Optimierung der Strafverfolgung.
Dafür werben wir seit dem Internationalen Frauentag 2006 mit einem Flugblatt , dass wir ständig aktualisieren. Unseren Kolleginnen und Kollegen steht außerdem ein Musterreferat "Handeln gegen Menschenhandel" zur Verfügung, mit dem sie innerhalb und außerhalb der GdP über das Problem und unsere Gegenstrategien informieren können.
Während der Fußball-WM 2006 in Deutschland haben wir außerdem unsere „Merk-Karte“ an die vor Ort eingesetzten Kolleginnen und Kollegen verteilt, um Aufmerksamkeit für die Opfer von Menschenhandel und Zwangsprostitution zu wecken. Ihre Fachkompetenz hat die Frauengruppe (Bund) auch in die Kampagne „Abpfiff – Schluss mit Zwangsprostitution“ des Deutschen Frauenrates (DF) eingebracht. In einem Netzwerk mit anderen Organisationen haben der Deutsche Frauenrat und seine Mitgliedsorganisationen mehr als 280.000 Unterschriften gesammelt, die Anfang 2007 der Bundestagsvizepräsidentin Susanne Kastner überreicht wurden.
Und wir bleiben am Ball: Die Arbeitsgruppe „Menschenhandel“ der Frauengruppe (Bund) arbeitet weiter an unseren Forderungen und an Materialien, mit denen wir aus polizeilicher Perspektive auf Menschenhandel und Zwangsprostitution aufmerksam machen können – um für unsere Vorschläge zur Verbesserung von Opferschutz und Strafverfolgung öffentlich zu werben.
Inzwischen haben wir auch unsere Beschlusslage aus dem Jahr 2006 weiterentwickelt und damit den aktuellen Herausforderungen und veränderten Bedingungen für die Strafverfolgung im Deliktsbereich „Menschenhandel“ angepasst.
Unser Positionspapier "Handeln gegen Menschenhandel" (Stand: April 2008) liefert einen aktuellen Problemaufriß und schreibt unsere Forderungen fort.