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GdP zu Start des elektronischen Personalausweis - ePA

Witthaut warnt vor Leichtfertigkeit im Umgang mit persönlichen Online-Daten

Berlin.

Vor dem Hintergrund der kurz bevorstehenden Umstellung des alten Personalausweises auf den neuen elektronischen Personalausweis „ePA“ warnt die Gewerkschaft der Polizei (GdP) vor einer leichtfertigen Weitergabe persönlicher Daten ins weltweite Netz. Die erschreckende Entwicklung der sogenannten IuK-Kriminalität mit einer Steigerung zum Vorjahr um rund 33 Prozent sei, so Bernhard Witthaut, stellvertretender GdP-Bundesvorsitzender, ein eindeutiger Beweis dafür, dass Bürgerinnen und Bürger noch immer zu sorglos mit dem Schutz ihrer Online-Privatsphäre umgingen. Allein bei den der Polizei im Jahr 2009 bekannt gewordenen IuK-Straftaten seien finanzielle Schäden in Höhe von rund 37 Millionen Euro beziffert worden.

Witthaut: „Das Internet ist zwar ein virtueller Tatort, doch die von den Opfern erlittenen Schäden sind real. So vorsichtig wie Bürgerinnen und Bürger im Privatleben agieren, sollten sie es auch online im Netz tun. Den Schlüssel zu seiner Wohnung würde sicherlich auch niemand außen neben die Klingel hängen.“ Witthaut appellierte indes an die Politisch Verantwortlichen, Mittel bereit zu stellen, um die polizeiliche Präsenz im Netz hochfahren zu können. Ein hohes Entdeckungsrisiko verunsichere potenzielle Straftäter stark.

Mit gebotener Vorsicht, so der stellv. GdP-Bundesvorsitzende, sei nunmehr der ab dem 1. November 2010 bereit stehende elektronische Personalausweis zu benutzen. Kritische Stimmen, wie die des Hamburger Chaos Computer Club (CCC), dürften nicht unbeachtet bleiben. So fällten die Computer-Experten ein besorgniserregendes Test-Urteil: Das bisher hohe Niveau bei der Fälschungssicherheit des deutschen Personalausweises werde durch die übereilte Einführung eines sowohl konzeptionell schwachen als auch technisch fragwürdigen Großprojekts ohne Not unterminiert.

Witthaut: „Blindes Vertrauen in neue Daten-Technik birgt stets Gefahren, eine gesunde Skepsis erschwert Tätern ihr kriminelles Handwerk.“
 
 
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