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Terrorwarnung:

GdP kritisiert unzureichende Aufklärung über Verhalten in Gefahrenlagen

Berlin.

Die deutsche Bevölkerung ist völlig unzureichend auf Gefahrenlagen durch den internationalen Terrorismus vorbereitet, kritisiert die Gewerkschaft der Polizei (GdP). GdP-Bundesvorsitzender Konrad Freiberg: „Seit den Anschlägen am 11. September 2001 in den USA, in Madrid 2004, in London 2005 und insgesamt sieben von den deutschen Sicherheitsbehörden rechtzeitig durchkreuzten Anschlagsplanungen in Deutschland müsste jedem klar sein, dass auch unsere Bürgerinnen und Bürger konkret gefährdet sind."

Freiberg weiter: " Nach den aktuellen ernsten Warnungen des Bundesinnenministers herrscht wiederum große Ratlosigkeit, wie sich der Einzelne in dieser Situation verhalten soll. Jeder fragt sich: Und was jetzt? Das ist das größte Versäumnis der Politik.“

Die Gewerkschaft der Polizei fordert daher, angemessen und sachlich Verhaltensempfehlungen für Gefahrenlagen zu entwickeln und über die Medien zu verbreiten.

Freiberg: „Es gibt allabendlich dutzende Sendungen, in denen die Bevölkerung darüber aufgeklärt wird, ob sie zum Kochen glatte oder gekräuselte Petersilie verwenden soll. Aber niemand gibt eine Antwort auf die Frage: Was mache ich, wenn ich ein verlassenes Gepäckstück im U-Bahn-Abteil entdecke? Wie warne ich meine Mitreisenden? Worauf soll ich denn bei Terrorwarnungen achten? Wie unterstütze ich die Sicherheitsbehörden?“

Freiberg: „Es kann sich als tödlicher Fehler herausstellen, dass terroristische Gefahrenlagen aus dem öffentlichen Bewusstsein verdrängt oder kleingeredet werden. Nüchterne Aufklärung hat nichts mit Panikmache zu tun, sondern verhindert Panik im Ernstfall.“
 
 
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