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GdP unterstützt Ruf nach bundesweitem Alkoholverbot in Bussen und Bahnen – Mehr Kontrollpersonal gefordert

Richter: Vollzugsdefizit würde Alkoholverbot unterlaufen

Berlin.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) unterstützt das vom Deutschen Städte- und Gemeindebund geforderte bundesweite Alkoholverbot in Bussen und Bahnen. Frank Richter, stellvertretender GdP-Bundesvorsitzender: „Alkohol senkt die Hemmschwelle, Gewalt auszuüben, immens. Auch die Brutalität von Übergriffen nimmt zu. Fahrgäste fühlen sich zudem schlicht unwohl, wenn auf dem Viererplatz gegenüber eine feucht-fröhliche Orgie stattfindet. Ein Vollzugsdefizit würde ein solches Alkoholverbot aber unterlaufen. Die Regel wäre das Papier nicht wert, wenn die Verkehrsbetriebe nicht gleichzeitig in ausreichendem Maße qualifiziertes und vernünftig bezahltes Kontrollpersonal einstellen würden.“

Die häufige Abwesenheit von Begleitpersonal, vor allem in S- und U-Bahnen, provoziere, so Richter, bei zahlreichen Fahrgästen ein ungutes Gefühl. Nicht jeder traue sich einen Mitreisenden anzusprechen, wenn er sich durch dessen Bier, Döner- oder Burger-Konsum belästigt oder durch die Lautstärke seiner Kopfhörer und Handy-Telefonate gestört fühle. Laut und aggressiv auftretende Personen könnten Mitreisende zudem stark einschüchtern und verängstigen. Der stellvertretende GdP-Vorsitzende: „Ein installierter Hilfeknopf hilft da den meisten nur wenig. Ein geschulter Schaffner dagegen fungiert als Ansprechpartner und kann sich entwickelnde Konfliktsituationen schon im Entstehen erkennen und geeignete Maßnahmen ergreifen.“

Mitfahrendes Begleitpersonal senke zudem teure Vandalismus-Schäden, deren Reparaturkosten von den Verkehrsunternehmen an ihre Fahrgäste über höhere Ticketpreise weitergegeben würden, sagte Richter.