Zum Inhalt wechseln

Erste Frau an der Spitze der europäischen Polizeigewerkschaften:

„Europa muss im Kampf gegen den Rechtsextremismus enger zusammenrücken“

Berlin/Barcelona.

Die neu gewählte Präsidentin der Vereinigung der europäischen Polizeigewerkschaften EuroCOP, Anna Nellberg, hat nach den Morden in Norwegen und Deutschland die europäischen Regierungen aufgefordert, im Kampf gegen den Rechtsextremismus enger zusammen zu rücken. Auf dem EuroCOP-Kongress in Barcelona sagte die erste Frau an der Spitze der europäischen Polizeigewerkschaften nach ihrer Wahl am heutigen Dienstagmorgen: „Die europäischen Staaten müssen ihre Polizeien im Kampf gegen den Rechtsextremismus besser ausbilden, personell und materiell besser ausstatten und effizienter vernetzen. Rechtsextremismus ist kein deutsches Phänomen, sondern ein gemeinsames europäisches Problem.

Nellberg weiter: "Er zerstört die Grundlagen unserer Gesellschaften und greift die Wurzeln unserer auf Freiheit, Friedlichkeit, Toleranz und Rechtsstaatlichkeit gründenden Verfassungen an.“

Es könne nicht sein, so die 39jährige EuroCOP-Präsidentin von der schwedischen Polizeigewerkschaft Polisförbundet, dass sich Neonazis in Europa vernetzten und Europa kein gemeinsames Konzept habe, diese Hydra zu zerschlagen.

In ihrer Antrittsrede ging Anna Nellberg auch auf die wachsende Gewalt gegen Polizeikräfte in den Gesellschaften Europas ein. „Unsere Polizistinnen und Polizisten müssen überall vermehrt Übergriffe abwehren, die mit unverhohlenem Hass und Menschenverachtung auf sie verübt werden.“

Die Schwedin Anna Nellberg trat auf dem EuroCOP-Kongress die Nachfolge des Deutschen Heinz-Kiefer von der Gewerkschaft der Polizei (GdP) an, der aus Altersgründen nicht mehr kandidierte. Heinz Kiefer führte die internationale Organisation von 2003 bis 2011. Zum stellvertretenden Präsidenten wurde Frank Richter, stellvertretender Bundesvorsitzender und Vorsitzender des Landesbezirkes Nordrhein-Westfalen der Gewerkschaft der Polizei, gewählt.

Bernhard Witthaut, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP): „Gerade in der derzeit schwierigen wirtschaftlichen und politischen Phase Europas wird auf die Polizei auch eine stabilisierende Rolle zukommen. Dieser Prozess muss von EuroCOP intensiv begleitet werden.“
 
 
Zur Pressemeldung als pdf-File