Zum Inhalt wechseln

GdP fordert Abzugskonzept für Polizeibeamte in Afghanistan-Mission

München/Berlin.

Alleingänge der in Afghanistan engagierten Staaten zum Abzug ihrer Truppen machen die Situation für die in Afghanistan eingesetzten Polizeibeamtinnen und Beamten immer gefährlicher. Am Rande der 48. Münchner Sicherheitskonferenz sagte der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Bernhard Witthaut: „Es wäre sinnvoller, den Abzug der Militärs besser zu koordinieren, und vor allem nicht so viel darüber zu reden. Es ist ein gewagtes Unternehmen zu glauben, die Taliban würden gehorsam abwarten, bis der letzte Soldat seine Koffer gepackt hat.“

Deshalb sei es ausgeschlossen, so Witthaut weiter, dass deutsche Polizistinnen und Polizisten, die zum Ausbau der Zivilverwaltung und zur Ausbildung der afghanischen Polizeikräfte an den Hindukusch geschickt worden seien, ohne einen garantierten militärischen Schutz im Land verbleiben.

Die GdP, so Witthaut, begrüße indes die Absicht des Bundesinnenministers, mit dem Abzug der Bundeswehr auch den deutschen Polizeieinsatz dort zu beenden. Witthaut: „Den Worten müssen auch Taten folgen. Wir fordern Bundesinnenminister Friedrich dringend auf, ein Abzugskonzept zu erarbeiten, aus dem wir ersehen können, dass die Polizeibeamtinnen und -beamten sicher das Land verlassen können.“ Schließlich müssten, so Witthaut, die Heimatbehörden unserer Kolleginnen und Kollegen wie auch die Personalräte genügend Zeit für die Wiedereingliederung erhalten.

Witthaut: „Wenn es heißen sollte: der Letzte macht das Licht aus, wird die Gewerkschaft der Polizei dafür sorgen, dass das auf keinen Fall ein deutscher Polizeibeamter ist.“