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GdP: „Enthauptung“ der Bundespolizei soll vom Versagen der Politik ablenken

Berlin.

Als „instinktlos“ hat der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Bernhard Witthaut, die überraschende Entlassungen an der Spitze der Bundespolizei durch Bundesinnenminister Friedrich bezeichnet. Witthaut: „Die Bundespolizei leistet eine hervorragende Arbeit unter schwierigen Bedingungen, insbesondere durch die unbefriedigende Personalsituation, den Aufgaben- und Belastungszuwachs. Für diese schwierigen Bedingungen ist in erster Linie die Politik verantwortlich.“

Witthaut forderte Friedrich dazu auf, konkrete Gründe für die Entlassungen an der Spitze der Bundespolizei zu nennen. Witthaut: „Die Spekulationen werden immer abenteuerlicher. Wenn der Minister sie nicht beendet, beschädigt er die gesamte Polizeiorganisation. Der so praktizierte Umgang mit Mitarbeitern wirft ein schlechtes Licht auf seine Führungsqualitäten.“

Der Vorsitzende des GdP-Bezirks Bundespolizei, Josef Scheuring, sieht in der Entscheidung des Ministers ein Ablenkungsmanöver. Scheuring: „Die zunehmend öffentlich wahrnehmbaren Probleme im Bereich der Bundessicherheitsbehörden sind das Ergebnis einer seit Jahren anhaltenden politischen Führungslosigkeit. Nur wenn die Bundesregierung sich wieder inhaltlich mit diesen Problemen beschäftigt und wirkliche Problemlösungen herbeiführt, wird sie wieder ihrer politischen Verantwortung für die Innere Sicherheit in unserem Land gerecht”.

Scheuring weiter: „Der neue Bundespolizeipräsident Dr. Dieter Romann wird daran gemessen werden, ob er die extremen Probleme, die die Bundespolizei bei der Ausübung ihrer täglichen Polizeiarbeit belasten, zielorientiert und konsequent anpackt und neues Vertrauen bei den Beschäftigten der Bundespolizei aufbauen kann. Dafür ist ein Klima der Offenheit und Ehrlichkeit im Umgang miteinander in der Bundespolizei unabdingbar. Wenn Dr. Romann die Überlastung unserer Kolleginnen und Kollegen sowie die überzogene Zentralisierung und Überreglementierung abbaut und die personelle und technische Ausstattung auf das notwendige Maß bringt, wird er dabei die Unterstützung der Gewerkschaft der Polizei haben“.
 
 
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Foto: chw / pixelio.de