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GdP zu bedrückenden Vorgängen um Kölner Fußballer

Witthaut: Nach Hetzjagd auf Fußball-Profi Vereine und Fans vor der Nagelprobe

Berlin.

Die Sicherheit rund um das Fußballgeschehen sei auf gefährlichem Kurs, mahnte der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Bernhard Witthaut, angesichts der besorgniserregenden Hetzjagd auf den Kölner Fußball-Profi Kevin Pezzoni. Witthaut: „Wenn sogenannte Fans es nicht mehr vermögen, zwischen Fußballwelt und Privatsphäre eines Spielers zu unterschieden, dann ist eine neue, zutiefst bedrückende Eskalationsstufe erreicht. Vereine und Fans müssen jetzt die Nagelprobe bestehen. Gemeinsam können sie das Bild vom friedlichen Fußballfest wieder gerade rücken.“ Die Vereine, so Witthaut, seien einerseits in der Pflicht deutlich zu machen, wer Herr im eigenen Hause ist. Andererseits müssten sie ihren klaren Regelrahmen in der Fanszene ausreichend kommunizieren. „Jedem Fan muss glasklar sein, wo die Grenzen der Fanunterstützung in und außerhalb der Kurven erreicht sind. Wer diese Grenzen mutwillig überschreitet, wird als Straftäter behandelt und dauerhaft vom Fußball isoliert.“

Der GdP-Bundesvorsitzende forderte eine spürbar stärkere finanzielle Beteiligung der Profivereine an Fan-Projekten. Der jüngst vereinbarte Mehranteil der Vereine entlaste lediglich die Kommunen, für die Fan-Sozialarbeiter ergebe sich ein Nullsummenspiel. Witthaut: „Die Fan-Projekte leisten ja nicht nur an den Spieltagen Sozialarbeit, sondern die ganze Woche. Ihre Arbeit geht zudem weit über den Fußball hinaus und wirkt in den Alltag der Fans hinein. Die Kommunen dürfen sich da mit Zeigefinger auf den Haushalt nicht wegducken. Und auch der Fußball hat die Chance, seiner gesamtgesellschaftlichen Aufgabe finanziell gerecht zu werden.“ Die generelle Erstattung der Kosten für Fußballeinsätze durch die Clubs lehne die GdP aber weiterhin grundsätzlich ab.

Die Gewerkschaft der Polizei, so Witthaut, hege indes die Hoffnung, dass Spaß und Freude in den Fußball zurückkehrten und sich die häufig offen ausgelebte Aggressivität rivalisierender Fangruppen untereinander, gegen Spieler und Funktionäre oder gegen die Polizei deutlich abschwäche.
 
 
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Foto: CFalk - pixelio.de