Zum Inhalt wechseln

IV. Arbeitsschutzsymposium der Gewerkschaft der Polizei (GdP):

Burn-out bricht sich bei Polizei Bahn

Potsdam/Berlin.

Rund 100 Expertinnen und Experten aus Polizei und Gesundheitswesen beleuchten auf dem IV. Arbeitsschutzsymposium der Gewerkschaft der Polizei (GdP) heute und am morgigen Donnerstag am Beispiel des Phänomens „Burn-out“ die Auswirkungen zunehmender psychischer Belastungen am Arbeitsplatz. Bernhard Witthaut: „Das Empfinden, dem Berufsalltag nicht mehr gewachsen zu sein, kann jeden treffen, unabhängig von der Höhe des Einkommens, Funktion und Position. Die Polizei ist davon keineswegs ausgenommen. Unsere Kolleginnen und Kollegen fallen zunehmend wegen psychisch und psychosomatisch bedingter Erkrankungen aus.“

Ziele der Fachtagung seien, so Witthaut, sowohl der bundesweite Informationsaustausch über den Stand psychischer Erkrankungen in der Polizei als auch eine aktuelle wissenschaftliche und therapeutische Bestandsaufnahme beim Thema „Burn-out“. Die GdP erhoffe sich zudem Handlungsempfehlungen für eine verbesserte Prävention im Bereich seelisch bedingter Überlastungssyndrome und Anregungen für eine flächendeckende, Länder übergreifende Verbesserung des behördlichen Arbeitsschutzes.


GdP-Bundesvorsitzender Bernhard Witthaut, Gewerkschaftssekretär Hans-Jürgen Marker und das für Arbeitsschutz zuständige Mitglied des GdP-Bundesvorstandes Jörg Bruchmüller zu Beginn des Symposiums.

Jörg Bruchmüller, für den Arbeitsschutz thematisch verantwortliches Mitglied des Geschäftsführenden GdP-Bundesvorstandes: „Die vom Bundesinnenministerium beauftragte Beerlage-Studie lieferte im Herbst 2009 für den Bereich der Bundespolizei besorgniserregende Ergebnisse: Rund ein Viertel aller Bundespolizeibeschäftigten leiden demnach unter erheblichen psychischen Belastungen am Arbeitsplatz. Auch in den Ländern nehmen die Zahlen zu. Die politisch Verantwortlichen dürfen diesen bedrohlichen Entwicklungen nicht länger zusehen und dabei auch noch weiterhin ignorieren, dass sie durch Personalabbau und immer mehr Aufgaben für die Polizei maßgeblichen Anteil daran besitzen.“

Bruchmüller forderte zu Beginn der Experten-Tagung eine intensive Rückbesinnung des Dienstherrn auf seine Fürsorgepflicht. „Die zunehmende Schwächung der Gesundheit der Polizeibeschäftigten bedeutet auch gleichzeitig die Schwächung der Qualität der inneren Sicherheit.“

Aufmerksam und gespannt erwarten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Vorträge der Referenten. Fotos: GdP/Immel