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Alltägliche Gewalt hinter geschlossenen Türen gemeinsam bekämpfen

GdP-Bundesfrauenvorstand stellt Positionspapier zu Häuslicher Gewalt vor

Berlin.

„Häusliche Gewalt“ stellt nach Auffassung der Gewerkschaft der Polizei (GdP) eine noch immer weitgehend unterschätzte Straftat im Alltag dar. Gemäß einer vom Europarat zitierten Statistik, sei Beziehungsgewalt, so Elke Gündner-Ede, für Frauenpolitik zuständiges Mitglied des Geschäftsführenden GdP-Bundesvorstandes, die Hauptursache für den Tod oder Gesundheitsschäden bei Frauen zwischen 16 und 44 Jahren. Damit rangierten Straftaten der häuslichen Gewalt noch vor Krebserkrankungen oder Verkehrsunfällen.


Bundesfrauenvorsitzende Dagmar Hölzl im rbb-Interview.


Täglich dutzendfach werde die Polizei gerufen, um irgendwo in Deutschland angesichts massiver familiärer Auseinandersetzungen einzugreifen. Gündner-Ede: „Allein in Berlin sind im Vorjahr knapp 15.800 Fälle häuslicher Gewalt registriert worden, darunter drei Morde und sechs Totschlagdelikte. 2006 wurden erst 12.500 Fälle gezählt. Viele Taten bleiben aber im Verborgenen. Scham oder Angst hindern viele Betroffene die Hilfsangebote öffentlicher Institutionen wahrzunehmen. Das kann zu gravierenden seelischen Schäden bei den Betroffenen, darunter sind viele Kinder, führen.“

Das 2002 in Kraft getretene Gewaltschutzgesetz habe, so die GdP-Bundesfrauenvorsitzende Dagmar Hölzl, die häusliche Gewalt deutlich stärker in den gesellschaftlichen Fokus gerückt. Hölzl: „Die Bilanz der polizeilichen Bekämpfung der Gewalt in Partnerbeziehungen und Familien ist nach zehn Jahren durchaus positiv, doch dürfen wir nicht auf halber Strecke stehenbleiben.“


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Es sei erforderlich, so die Gewerkschafterinnen in einem heute vorgestellten Positionspapier, dass die Bundesländer sich auf eine einheitliche Definition des Phänomens häusliche Gewalt einigen. Heute seien aussagekräftige Vergleiche der Zahlen zwischen den Bundesländern nicht oder nur begrenzt möglich. So könnten weder Trends erkannt noch effiziente Präventionsarbeit geleistet werden.

Für das Einschreiten und die Bearbeitung von Gewalt-Fällen im sogenannten sozialen Nahbereich müsse eine ausreichende Zahl ausgebildeter Sachbearbeiter in den Dienststellen vorhanden sein. Regelmäßig stattfindende Supervisionen sollten zudem den eingesetzten Polizeibeamtinnen und -beamten die Möglichkeit bieten, die mit solchen Einsätzen verbundenen psychischen Belastungen zu verarbeiten.


Kriminalhauptkommissarin Anne Kortleben, Leiterin des 1. Fachkommissariats der Polizeiinspektion Göttingen und Bundesfrauenvorsitzende Dagmar Hölzl bei der Vorstellung des GdP-Positionspapiers zur häuslichen Gewalt. Fotos (3): Zielasko


Jörg Radek, stellvertretender GdP-Bundesvorsitzender verwies auf das hohe Risiko seiner Kolleginnen und Kollegen bei einem Einsatz gegen häusliche Gewalt. Radek: „Nicht selten fährt einer der Beteiligten im wahrsten Sinne aus seiner Haut, womöglich befeuert vom Alkohol, vergisst den Familienstreit und greift die Beamtinnen und Beamten unvermittelt an. Noch zuletzt hier in Berlin, als zwei Polizisten während eines Einsatzes gegen häusliche Gewalt niedergestochen und schwer verletzt worden sind.“


Materialen zur GdP-Pressekonferenz "Häusliche Gewalt - Gewalt in sozialen Nahbeziehungen"

Download: Statement des stellvertretenden Bundesvorsitzenden der Gewerkschaft der Polizei, Jörg Radek

Download: Statement der Vorsitzenden der GdP-Frauengruppe (Bund), Dagmar Hölzl

Download:Statement der Ersten Kriminalhauptkommissarin Anne Kortleben, Leiterin des 1. Fachkommissariats der Polizeiinspektion Göttingen - - zuständig für Todesermittlungen und die Bearbeitung von Brand-, Sexual- und Körperverletzungsdelikten

Download: Positionspapier „Häusliche Gewalt“ - Gewalt in sozialen Nahbeziehungen" - Gewerkschaft der Polizei - Bundesfrauenvorstand

Download: Themenheft "Häusliche Gewalt"

Link: Frauen in der Gewerkschaft der Polizei