Zum Inhalt wechseln

GdP: Der Bürger hat kaum noch was von seinen Schutzleuten

Nach dem WM-Schlusspfiff geht die Polizei mit Großeinsätzen in die Verlängerung

WM-Jahr 2006: Dauereinsatz für die Polizei.
Berlin.

Auch nach der Fußballweltmeisterschaft kann die Bevölkerung nach Einschätzung der Gewerkschaft der Polizei (GdP) nicht damit rechnen, dass die Polizei in Deutschland wieder uneingeschränkt für sie da ist. GdP-Vorsitzender Konrad Freiberg: „Tausende Polizeibeamtinnen und –beamte sind nach der Fußballweltmeisterschaft in Großeinsätzen verplant. Der Bürger muss sich langsam fragen, ob die Polizei überhaupt noch für ihn da ist, oder für die Sicherung von Mega-Events.“

Nach Angaben der Gewerkschaft der Polizei werden sich für die Einsatzkräfte durch das Fußball-Großereignis, für das eine bundesweite Dienstfrei- und Urlaubssperre besteht, Millionen von Überstunden und aufgeschobene Jahresurlaube ergeben. Bereits kurz danach werden für die Sicherung des Besuches des amerikanischen Präsidenten in Mecklenburg-Vorpommern am 13./14. Juli rund 15.000 Einsatzkräfte benötigt.

Freiberg: „Ebenfalls nach der WM ist in Berlin die Love-Parade geplant, obwohl die Polizei in der Stadt personell ausgezehrt ist. Im Herbst sind wieder Castor-Transporte zu sichern, der Papst besucht im September Bayern, Sachsen bereitet sich auf ein riesiges Volksfest vor und Thüringen erwartet das so genannte Fest der Völker. Von den üblichen Wochenendeinsätzen bei Neo-Nazi-Demonstrationen und problematischen Fußballbegegnungen ganz zu schweigen. Darüber hinaus laufen bereits die Sicherheitsplanungen für den G-8-Gipfel im nächsten Jahr, ebenfalls in Mecklenburg-Vorpommern.“

Während Politiker in Gemeinden, Städten, Land und Bund mit Großveranstaltungen punkten wollen, bauten deren Landesregierungen weiter unverhohlen den Personalbestand der Polizei weiter ab, so die GdP. Freiberg: „Der Bürger, der die Polizei mit seinen Steuergeldern finanziert, hat das Nachsehen. Kriminalitätsbekämpfung, Verkehrsüberwachung und Präsenz auf den Straßen geraten ins Hintertreffen.“

Zur Pressemeldung als pdf-File
 
 Diskutieren Sie dieses Thema im GdP-Forum