Zum Inhalt wechseln

GdP befürchtet neue Generation von Selbstmordattentätern

Berlin.

„Die größten Sicherheitslücken zur Verhinderung von terroristischen Anschlägen klaffen weder in den Gesetzen, noch bei Polizei und Nachrichtendiensten, sondern darin, dass wir zu wenig darüber wissen, wie sich junge Muslime aus Einwandererfamilien zu Selbstmordattentätern entwickeln und wie wir das verhindern können,“ betonte der stellvertretende Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Bernhard Witthaut. Das sei die brisanteste Erkenntnis aus den bisher vorliegenden Informationen über die Festnahmen mutmaßlicher Attentäter in England.

Es sei erschreckend, so Witthaut, dass in europäischen Städten aufgewachsene und an hiesigen Schulen ausgebildete junge Menschen ohne direkte eigene Kontakte zu den Krisenländern und eigenen Erfahrungen mit Bürgerkriegen, offenbar für die Ideen der islamistischen Extremisten als Selbstmordattentäter gewonnen werden können und bereit sind, ihr eigenes Leben wegzuwerfen um andere mit in den Tod zu ziehen.
Die für die Anschläge auf die Londoner U-Bahn vor einem Jahr verantwortlichen Selbstmordattentäter seien offenbar keine Ausnahmeerscheinungen. Witthaut: „Wenn das Schule macht wäre das für alle Sicherheitsbehörden der „Supergau“. Die Gefahrenabwehr sei auf solche Täter nicht eingestellt.

Witthaut: „Wir dürfen die Akzeptanz, die die Todespiloten des 11. September auch in Deutschland unter vielen jungen Muslimen als Martyrer genießen, nicht länger als bloßes Macho-Gerede abtun. Wir müssen dahinter kommen was, wer und mit welchen Mitteln in der Lage ist, mitten unter uns in europäischen Metropolen menschliche Bomben zu basteln. Wenn wir einen Krieg gewinnen müssen, dann den um die Köpfe dieser gefährdeten jungen Menschen.“

Zur Pressemeldung als pdf-File