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Zunehmende Einsatzlagen bringen Einsatzkräfte an die Belastungsgrenze

GdP fordert Fußball-Gipfel

Berlin.

„Fußball ist nicht unser Leben, aber unser Alltag! Das ist der sarkastische Spruch, den ich immer häufiger vor Ort, an den Stadien und bei der Fanbegleitung vernehme. Viele der Einsatzkräfte sind zwar bekennende Fußball-Anhänger, doch, was zuviel ist, ist zuviel! Wenn Fußballer so genannte 'englische Wochen' haben, dann haben wir englische Jahre", sagt Jörg Radek, für die Bereitschaftspolizei zuständiges Mitglied im Geschäftsführenden Bundesvorstand der Gewerkschaft der Polizei (GdP).

Die GdP, so Radek, fordere nun den Deutschen Fußballbund, die Deutsche Bahn und die Koordinierungsstelle Fan-Projekte zu einem gemeinsamen Fußball-Gipfel auf: „Wir wollen, dass unsere Kolleginnen und Kollegen weniger Einsätze haben und unversehrt nach Hause kommen.“

Vor allem die Einführung der eingleisigen dritten Liga und die mit traditionsreichen Teams gespickte dreiteilige Regionalliga hätten die Zahl der Einsätze weiter erhöht. Auch die Gewaltbereitschaft von Fußball-Randalierern habe stark zugenommen. Radek: „Die Einsatzkräfte müssen bei zahlreichen Paarungen mit brachialen Ausschreitungen rivalisierender Randalierer rechnen. Greifen die Kolleginnen und Kollegen dann durch, wenden sich in der Regel beide Gruppen gegen die Polizei.“
 


Vorabveröffentlichung:
Mehr Hintergrund in Deutsche Polizei 10/08
An ein geregeltes Wochenende, ergänzt GdP-Bundesvorsitzender Konrad Freiberg, sei während der Fußball-Saison schon gar nicht mehr zu denken. Zwar hatten die Einsatzkräfte gehofft, dass nach den zahlreichen Großlagen der vergangenen Jahre die Einsätze weniger würden, doch seien im Jahr 2007 allein 31 länderübergreifende Fußballeinsätze gefahren worden, so der Bericht des Inspekteurs der Bereitschaftspolizeien der Länder. Und das sei WM-2006-Niveau. Der ein oder andere Kollege frage sich, ob er den Einsatzanzug überhaupt noch ausziehen solle.

Forderungen nach einer Bezahlung der Polizeieinsätze durch die Vereine erteilte Freiberg eine Absage. Dies sei rechtsstaatlich kaum durchsetzbar. Welchem Verein, so der GdP-Vorsitzende, werde denn die Polizei-Rechnung zugeschickt, wenn Einsatzkräfte zu einer Prügelei
 
rivalisierender Fußball-Hooligans fernab des Stadion-Spielgeschehens zu einem Bahnhof oder einem Autobahnparkplatz ausrücken mussten?

 
 
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