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GdP zu Forderungen nach Aufnahme des Migrationshintergrundes von Tätern in die PKS

Polizeiliche Kriminalstatistik muss wieder aussagekräftiger werden

Berlin.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) verschließt sich nicht grundsätzlich Forderungen nach einer gesonderten Aufnahme des Migrationshintergrundes von Straftätern in die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS). GdP-Bundesvorsitzender Konrad Freiberg: „Wer solche Forderungen erhebt, sollte aber auch erklären, wie er den Migrationshintergrund definiert und welche Zielsetzungen er damit verfolgt. Nur so kann verhindert werden, dass interessierte Kreise die dokumentierten Erkenntnisse der Polizei zu ihren Zwecken missbrauchen.“ Keinesfalls dürften Bevölkerungsgruppen stigmatisiert oder die Arbeit der Polizei zur politischen Auseinandersetzung zweckentfremdet werden.

Freiberg regte an, eine grundsätzliche Modifizierung der PKS zu prüfen. Es sei höchste Zeit, die PKS von einer reinen Arbeitsstatistik mit begrenztem Aussagewert hin zu einer fundierten Basis polizeilicher Präventions- und gesellschaftspolitischer Integrationsarbeit zu wandeln. Das reine Zahlenmaterial sollte, so der GdP-Vorsitzende, stärker um qualifizierte Analysen krimineller Entwicklungen und Prognosen angereichert werden. Freiberg: „Wir beobachten seit langem einen beängstigenden Anstieg der gewalttätigen Übergriffe auf Polizistinnen und Polizisten wie der Gewaltkriminalität im Ganzen. Aus der PKS lässt sich dies so deutlich aber nicht erkennen, da die dokumentierten Straftaten entweder nicht weit genug gefasst sind oder in größeren Straftatengruppen versteckt sind.“

So seien im Bereich der Gewaltkriminalität mit einer Gesamtfallzahl von 217.923 im Jahr 2007 weitere 368.434 Fälle vorsätzlicher, leichter Körperverletzungen per Definition nicht enthalten. Freiberg: „Dies beschönigt die Gesamtsituation und verfälscht den Blick auf die gesellschaftliche Wirklichkeit.“
 
 
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