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Skandalöse Ausforschung von Arbeitnehmern:

Freiberg: Erschreckende Praktiken in der Privatwirtschaft

Berlin.

Einen ebenso strengen Umgang mit persönlichen Daten, wie es bei staatlichen Behörden und Organisationen vorgeschrieben ist, hat der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Konrad Freiberg, für Unternehmen und Wirtschaftsbetriebe angemahnt. Freiberg: „Der gläserne Arbeitnehmer und der gläserne Kunde sind ebensolche Horrorvorstellungen wie der gläserne Bürger. Die jüngsten Datenschutz-Skandale bei der Deutschen Bahn AG, die sich nahtlos in die Kamera-Überwachung von Beschäftigten bei Supermarkt-Konzernen und die Ausspähung von Telekommunikationsdaten bei der Deutschen Telekom AG einreihen, zeigen, dass sich die Privatwirtschaft erschreckende rechtsfreie Räume geschaffen hat.“

Es sei dringend erforderlich, so Freiberg, die Rechte des Bürgers auch dort abzusichern, wo er seine Lebensunterhalt verdient und seine Brötchen kauft.

Der GdP-Vorsitzende unterstützte die Forderung des Bundesdatenschutzbeauftragten, Peter Schaar, nach einem Arbeitnehmer-Datenschutzgesetz. Über Kontrollmaßnahmen des Arbeitgebers müssten zudem Arbeitnehmer und Betriebsräte informiert werden.

Strengere Regeln seien aber auch für die Daten von Kunden notwendig. Der Kunde müsse davor geschützt werden, dass beispielsweise sein Konsumverhalten, seine Zahlweise und sein Wohnort zu einem persönlichen Werbeprofil zusammengebaut würden, das möglicherweise auch an andere Daten-Interessenten weitergeben werden könnte.

„Big Boss is watching you“, so Freiberg, dürfe es in Deutschland ebenso wenig gebe,n wie die Orwellsche Vision eines seinen Bürger ausspähenden Staates.
 
 
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