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GdP-Verkehrsforum diskutiert Fahrerassistenzsysteme

Elektronische Beifahrer können schwere Unfälle verhindern helfen

Berlin/Potsdam.

Technische Systeme im Fahrzeug können das Verhalten des Fahrers bestimmen und Verkehrsunfälle verhindern. Experten sind sich sicher, dass den Hauptunfallursachen, wie zu hohe Geschwindigkeit und mangelnder Abstand zum Vordermann, durch so genannte Fahrerassistenzsysteme begegnet werden könnte, wenn die Geschwindigkeit ohne Einfluss des Fahrers mit Hilfe der Elektronik gemindert würde.

Zu diesem Schluss kam das Verkehrspolitische Forum der Gewerkschaft der Polizei (GdP), dass am Mittwoch, 3. Dezember 2003, in Potsdam stattfand und an dem neben Verkehrsexperten der Polizei auch Vertreter von Ministerien, Autoclubs, Verkehrswacht und Automobilindustrie teilnahmen. Allerdings, so Frank Richter, im Geschäftsführenden Bundesvorstand der GdP für den Fachbereich Verkehr zuständig, haben solche Systeme nur eine Chance, wenn sie von den Autofahrern als Hilfe und nicht als Bevormundung angesehen werden. Hier muss die Verkehrspolitik noch viel Aufklärung betreiben. Ein gesetzlicher Zwang, solche Systeme zu benutzen, wäre fehl am Platze.“


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(v.l.) Frank Richter, GdP-Geschäftsführender Bundesvorstand, Wolfgang Rose, Vorsitzender des Automobilclubs Europa, Polizeidirektor Martin Mönninghoff, Polizeiführungsakademie Münster-Hiltrup.Zahlreiche Experten aus
Polizei, Verbänden und
Industrie diskutierten in
Potsdam über elektronische
Fahrerassistenzszysteme.
Fotos: hol
Die Expertenrunde moderierte WDR-Redakteur Wolfgang Kapust (l.). Neben ihm der Vorsitzende der Deutschen Verkehrswacht, MdL Heinz Hardt, Polizeidirektor Martin Mönnighoff, PFA Münster und GdP-GBV-Mitglied Frank Richter, zuständig für den Verkehrsbereich.

Das Verkehrsforum beschäftigte sich auch mit dem hohen Anteil an Unfallverursachern unter jungen Fahrern und dem zu erwartenden demografischen Wandel auch im Straßenverkehr. Richter: „Überall wird die Überalterung der Gesellschaft diskutiert. Kaum jemand aber macht sich Gedanken darüber, was dies für unser Verkehrsgeschehen bedeutet, welche Anforderungen es an die Verkehrslenkung und die Ausstattung der Fahrzeuge in Zukunft bedeutet.“

Übereinkunft unter den Verkehrsexperten herrschte darüber, dass der mittlerweile in vielen gesellschaftlichen Bereichen akzeptierte Slogan vom „lebenslangen Lernen“ auch für die Teilnahme am Straßenverkehr gelten müsse. Richter: „Im Berufsalltag sind ständige Aus- und Fortbildungen zur Selbstverständlichkeit geworden. Eine einmalige Führerscheinfahrprüfung dagegen reicht ein Autofahrerleben lang als Qualifikation. Das wird auf Dauer nicht mehr zu halten sein.“