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2. GdP-Sicherheitsforum zur Fußball WM 2006

Polizei zeigt sich gut vorbereitet

Problem Public-Viewing

Gijs de Jong vom niederländischen Fußballverband
Berlin.

Alles in allem optimistisch über einen friedlichen Verlauf der Fußball-Weltmeisterschaften zeigten sich die Experten aus Politik, Polizei und Sport am ersten Tag des GdP-Sicherheitsforum zur Fußball WM 2006 unter dem Motto "In Sicherheit bei Freunden". Unter großer Medienbeteiligung ließen sich rund 120 Teilnehmer über den neuesten Stand der polizeilichen Vorbereitung unterichten.

 



Ltd. Polizeidirektor Jürgen Mathies stellt das polizeiliche WM-Konzept vor.
Die Polizei sei gut aufgestellt, sagte der Leitende Polizeidirektor Jürgen Mathies, der als Leiter des polizeilichen Vorbereitungsstabes den WM-Einsatz der Polizei plant. Allerdings, so Mathies, sei die Polizei einer sehr hohen Belastung ausgesetzt. Allein der polizeiliche Schutz der 32 Nationalmannschaften nehme zahlreiche Beamte in Beschlag. Für Public-Viewing-Veranstaltungen forderte er Eingangskontrollen und das Verbot des Verkaufs von Glasflaschen.

Der Berliner Polizeipräsident Dieter Glietsch dankte in einem Grußwort für die gute Vorbereitung auf einen Einsatz, "der für viele Beamtinnen und Beamte einen Höhepunkt in einer polizeilichen Laufbahn darstellen wird". Es sei ein Höchstmaß an Proffessionalität notwendig, um den Einsatz zu meistern. Applaus erntete Berlins PP für seine ablehnende Haltung zu dem im Vorfeld diskutierten Einsatz der Bundeswehr bei der Fußball-WM.
 
 
Ministerialrat Dr. Gregor Rosenthal, Vorsitzender des Bund-Länder-Ausschusses WM 2006 und Beauftragter für Sicherheitsbelange der Fußball-WM 2006 im Bundesministerium des Innern, erläuterte das fortgeschriebene Nationale Sicherheitskonzept zur WM. Es habe Abstimmungen mit allen Ländern gegeben. Insgesamt unterstützten 500 ausländische Polizeibeamte den WM-Einsatz. Auf Nachfragen zum Thema "Iran" sagte er, dass es auch mit dem Iran einen "gute Zusammenarbeit "gebe, ein iranischer Verbindungsbeamter werde vor Ort sein.

Fotos (3): Rüdiger Holecek

 
Gijs de Jong, Sicherheitsbeauftragter des niederländischen Fußballverbandes, stellte die Bemühungen seiner Organisation dar, um Krawalle holländischer Fans zu vermeiden. So würden an den Spielorten große Partys ausgerichtet und die Teilnehmer rechtzeitig vor Spielbeginn aufgefordert in einer "orangenen Parade" gemeinsam zum Stadion zu gehen. Den Gastgeber provozierende Fan-Artikel, wie eine orangefarbener Stahlhelm, würden nicht geduldet. Etwa 150 bis 200 Hooligans der Kategorie B und C erwartet Gijs de Jong zur WM in Deutschland. Allerdings interessiere sich die harte Fußball-Szene in den Niederlanden eher für die niederländische Profiliga als für internationale Turniere. Die seien, so deren Meinung, eher für Familien geeignet oder wie Karneval.
 


Zellentrakt im Berliner Olympiastadion.
Foto: Michael Zielasko
Polizeioberrat Ingo Rogge, Leiter des Berliner Vorbereitungsstabes zur Fußball WM 2006 erklärte, dass sich die Berliner Polizei bereits seit 2003 auf die WM vorbereite. Mittlerweile seien 180 Mitarbeiter mit dem WM-Einsatz direkt beschäftigt. Schwierigkeiten sieht er noch beim Schutz von Public-Viewing-Events. Dazu gebe es noch keine abschließende Lage. Da das polizeiliche Alltagsgeschäft auch während der WM weitergehe, verblieben alle Polizeibeamtinnen und -beamten in den jeweiligen Dienstzeitplänen. Je nach Verlauf des Turniers sei es vielleicht ja sogar möglich, den Personaleinsatz nach unten zu reduzieren. Er lobte die Einsatzbereitschaft der Berliner
 
Kolleginnen und Kollegen. Trotz Urlaubs- und Dienstfrei-Sperre habe es nur sehr wenige, aber begründete, Ausnahmeanträge gegeben.

Zur Rede des GdP-Vorsitzenden Konrad Freiberg