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Zweite Runde der Tarifverhandlungen für Bund und Kommunen:

GdP-Chef Freiberg: „Angebot der Arbeitgeber ist blanker Zynismus“

Berlin.

Als „unverfroren“ hat der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Konrad Freiberg, das Angebot der Arbeitgeber von Bund und Kommunen für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes bezeichnet, das in der zweiten Verhandlungsrunde am späten Donnerstagabend in Potsdam der Gewerkschaftsseite unterbreitet wurde.

Darin sollen die Entgelte in drei Stufen um 2,5 v.H., 1,0 v.H. und 0,5 v.H. zum 1. Februar 2008, 1. Oktober 2008 und 1. März 2009 angehoben werden. Das Volumen des Leistungsentgeltes soll nach Vorstellung der Arbeitgeber im Jahr 2008 von 1 v.H. auf 1,5 v.H. und im Jahr 2009 von 1,5 v.H. auf 2 v.H. angehoben werden. Die Arbeitszeit soll zum 1. Juli 2008 auf 39,5 Stunden und ab 1. Januar 2009 auf 40 Stunden angehoben werden. Für die Beschäftigten der Kommunen in den neuen Bundesländern soll diese „Anhebung“ zudem mit zeitlicher Verzögerung erfolgen. Die Verhandlungskommission von ver.di, GEW und GdP wies das Angebot entschieden zurück.

Tarif-Flugblatt: "Kraftloser Aufschlag"

Freiberg: „Alle Beschäftigten des öffentlichen Dienstes haben in den vergangenen Jahren erhebliche Einkommenseinbußen hinnehmen müssen. Dabei haben sie eine erstklassige Arbeit geleistet, die von den Bürgern anerkannt und von den Politikern in ihren Sonntagsreden gelobt wird. Dieses sogenannte Angebot der Arbeitgeber, das im Ergebnis eine Einkommenssteigerung von lächerlichen 2,15 v.H. auf zwei Jahre bedeuten würde, ist blanker Zynismus und eine Provokation der Arbeitnehmer. Das werden wir uns nicht gefallen lassen.“

Zur zweiten Verhandlungsrunde waren die Gewerkschaften am Morgen des 24. Januar in Potsdam mit den Arbeitgebern von Bund und Kommunen zusammengekommen. Um neun Uhr hatten sich die Verhandlungskommissionen beider Seiten zunächst zu internen Beratungen zurückgezogen.
In einem ersten Spitzengespräch am Vormittag unter sechzehn Augen hatte es von Seiten der Arbeitgeber noch kein Angebot gegeben.