Von Jahresringen und Urzeitechsen - von Werner Brandl


Mit dem Holztechnischen Museum und der gigantischen Dino-Ausstellung hatte Werner Brandl die Neugier seiner Kollegen geweckt, deshalb war Rosenheim diesmal Ziel des Ausflugs der Münchner Seniorengruppe. Die brachte zwar gemeinsam auch einiges an Jahren mit, aber was ist das schon gegen eine Moor-Eiche aus dem Urstrombereich des Inn oder gar einen Dinosaurier.
Werner Leberfinger empfing als ortskundiger GdP-Ruheständler die Bayern-Ticket-Fahrer und lotste sie auf kurzem Weg zum Max-Josefs-Platz, wo Dipl.-Ing. Arno Kurz die Herren und seine Frau die begleitenden Damen zur Führung in Empfang nahmen. Das Museum wird von der Stadt und dem Bezirk Oberbayern getragen, aber von einem Verein in ehrenamtlicher Arbeit betreut und es ist spürbar, wie die Freude an der Sache das Engagement beflügelt.
Einen Überblick über die Entwicklung der Waldarbeit gab der Vergleich mit einem Harvester, einer Erntemaschine für Holz, die heute einer bedienen kann und soviel leistet, wie vorher acht Partien zu je zwei Mann, aber auch ein vielfaches an Schaden am Waldboden anrichtet. Gefährlich war die Arbeit obendrein. Die meisten tödlichen Unfälle gab es beim Aufarbeiten von Sturmholz. Und ein Merkblatt für Tischler von 1897 gab als Arbeitszeit von 14-16jährigen täglich 10 Stunden (!) an. Gewerkschafter wunderte das nicht.



Die Darstellung der verschiedenen Baumarten über Stamm, Rinde, Blatt mit jeweiligen Merkmalen, Eigenschaften und Verwendungsmöglichkeiten wäre allein schon einen Besuch wert. Erwähnt sei nur der verblüffende Gewichtsunterschied zwischen Balsa- und Eisenholz. Erste mechanische Kraftübertragungen bei Mühlen, Pumpwerken Laufrädern oder Kränen erforderten genaue Materialkenntnisse, wobei auch krumm gewachsenes Holz z.B. bei Wagnern oder Schiffbauern begehrt war, weil es in der jeweiligen Form eine höhere Festigkeit hatte als gebogenes.
Bekannter waren dann schon die verschiedenen Werkzeuge zur Holzbearbeitung, wie sie Schäffler, Zimmerer, Schreiner oder Drechsler z.T. heute noch verwenden. Die typische Tracht der Zimmerleute mit dem breitkrempigen Hut und den weiten Schlaghosen war weniger Mode, sondern hat ganz praktische Hintergründe. Beides soll verhindern, dass Sägemehl und Hobelspäne in Hemdkragen oder Schuhe fallen. Eine sehenswerte Intarsien- und Marketerieausstellung war der krönende Abschluss der interessanten Führung.
Für Mittags war im „Stockhammer“ reserviert, den alle zufrieden wieder verließen, um sich urzeitlichen Themen zuzuwenden. Der Lokschuppen zeigt noch bis 25. Oktober die Ausstellung Dinosaurier. Aufsehen erregende Funde der jüngsten Zeit aus Argentinien, die von Moto-Cross-Fahrern entdeckt wurden, ziehen Scharen von Besuchern an. Wir hatten am Nachmittag aber Glück und konnten uns ohne Wartezeit auf die Spuren des Urkontinents Pangäa machen. Neben den riesenhaften Skeletten stehend, bekamen wir eine Vorstellung von der Größe seiner bedrohlichen Bewohner, aber auch ihrem rätselhaften Verschwinden.

Seniorentreff: Jeden ersten Dienstag im Monat, 15 Uhr, Gaststätte Rhaetenhaus, Luisenstraße 27, (U 1, Königsplatz)
Kontakt: Werner Brandl, T: 089 / 54 66 26 27 Fritz Werner, T: 089 / 61 87 36
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