Die GdP-Frauengruppe (Bund)

 


Weil die Gewerkschaft der Polizei den Einfluss einzelner Gruppen innerhalb der ihrer Organisation stärken wollte, hat sie den Status der Personengruppe geschaffen: Hierzu gehört auch die Frauengruppe (Bund) in der Gewerkschaft der Polizei.

Ein Meilenstein in der Aufbauarbeit der GdP-Frauengruppe war die 1. Bundesfrauenkonferenz 1994 in Suhl, die auch für die notwendige Akzeptanz in den eigenen Reihen sorgte.

Seit 1994 treffen sich die Frauen auf Bundes- und Landesebene alle vier Jahre zu ihren Konferenzen, wählen ihre Vorstände, diskutieren Anträge, fassen Beschlüsse und legen damit die politische Richtung für die Arbeit der nächsten Jahre fest – auf Bundesebene zuletzt 2006 in Bayreuth.
 
Mehr Frauen in Polizei und Gewerkschaft
Die Zahl der Frauen in Polizei und Gewerkschaft steigt. Seit Mitte der neunziger Jahre sind unter den Neueinstellungen im Vollzug stets mehr als ein drittel Frauen. Das wirkt auch in der GdP: Inzwischen ist mehr als ein fünftel der GdP-Mitglieder weiblich!

Welche Auswirkungen hat diese Entwicklung auf die Polizei? Wie hat das Miteinander der Geschlechter die Arbeit in Polizei und Gewerkschaft verändert? Werden die Chancen dieses Wandels wahrgenommen und verbleibende Probleme offensiv angegangen? Und: Wie steht es um die Gleichstellung der Geschlechter in Polizei und Gewerkschaft? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt der aktuellen Diskussionen in der Frauengruppe (Bund).

GdP- Frauen handeln
Bei vielen Themen haben die GdP-Frauen in den letzten Jahren erkannt, wo konkretes gewerkschaftliches Handeln gefragt ist und in welchen Fragen auch politische Forderungen notwendig sind. Hier einige Beispiele für die Aktivitäten der Frauengruppe in Bund und Ländern:
  • Als das Phänomen „Mobbing“ immer häufiger auftrat, legte die Frauengruppe (Bund) eine Muster-Dienstvereinbarung zum partnerschaftlichen Umgang am Arbeitsplatz vor und entwickelte damit gleichzeitig eine Handlungshilfe für Personalräte.
  • Pünktlich zum Inkrafttreten des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) im Sommer 2006 wies die Frauengruppe (Bund) mit einem Flyer auf die wichtigsten Neuregelungen zum Diskriminierungsschutz in Beschäftigung und Beruf hin, um Gleichstellungsbeauftragte zu informieren. Und weil sich die Kolleginnen intensiv mit dem Thema beschäftigt hatten, konnten gleichzeitig auch Regelungslücken aufgezeigt und Forderungen zu Nachbesserungen im Gesetz aufgestellt werden.
  • Eine breite inhaltliche Diskussion in Polizei und Gewerkschaft stieß die Frauengruppe (Bund) Anfang der neunziger Jahre an: Das Tabuthema der häuslichen Gewalt rückte ins Bewusstsein. Durch das Gewaltschutzgesetz 2002 wurde schließlich das Einschreiten der Polizei in Fällen häuslicher Gewalt erleichtert und die Polizeigesetze aller Bundesländer eröffnen inzwischen die Möglichkeit zur Wegweisung der Täter.

Aktueller Schwerpunkt Menschenhandel
In den letzten Jahren hat die Frauengruppe (Bund) einen Schwerpunkt ihrer Arbeit auf die Bekämpfung von Menschenhandel und Zwangsprostitution gelegt. Hierzu hat sie in den letzten Jahren viele Informationen zusammengetragen, Gespräche mit Fachleuten geführt und einen umfangreichen Forderungskatalog erarbeitet.

Ergebnis: Im Leitantrag „Handeln gegen Menschenhandel“ zur 4. Bundesfrauenkonferenz der GdP am 20./21. März 2006 in Bayreuth wurde eine Vielzahl an Forderungen und Handlungsempfehlungen für unterschiedliche Ebenen von Politik und Polizei zusammengefasst. Durch den Beschluss des Bundeskongresses im November 2006 hat sich inzwischen die gesamte GdP der Positionen der Frauengruppe (Bund) zu diesem Thema angeschlossen – und wirbt nun aktiv für die Verbesserungen im Opferschutz und effektive Maßnahmen im Bereich der Strafverfolgung.

Ihre Fachkompetenz hat die Frauengruppe (Bund) auch in die Kampagne „Abpfiff – Schluss mit Zwangsprostitution“ des Deutschen Frauenrates e.V. eingebracht. In einem Netzwerk mit anderen Organisationen haben der Deutsche Frauenrat und seine Mitgliedsorganisationen mehr als 280.000 Unterschriften gesammelt.

Vernetzung und Informationsaustausch
Überhaupt: Die Frauengruppe (Bund) ist mit zahlreichen anderen Frauenverbänden eng vernetzt, so dass ein reger Informationsaustausch der Arbeit immer wieder neue Impulse gibt und das Zusammenspiel erleichtert. Und selbstverständlich ist die GdP-Frauengruppe über den DGB-Bundesfrauenausschuss Mitglied im Deutschen Frauenrat e.V.

Daneben steht die Frauengruppe (Bund) im ständigen Gespräch mit Personalräten, Gleichstellungsbeauftragten und politischen Institutionen. Frauenförderung ist Teil der Gesellschaftspolitik. Daher beschränkt sich die Arbeit der Frauengruppe nicht ausschließlich auf den berufsbezogenen Bereich. Und deswegen werden auch solche gesellschaftspolitischen Prozesse aktiv begleitet, die langfristig Einfluss auf die Gleichstellung und das Bild der Frau in der Gesellschaft haben.

Dazu bietet die Frauengruppe (Bund) der Gewerkschaft der Polizei zahlreiche Seminare, Aktionen und Arbeitstagungen sowie eine effiziente Aus- und Weiterbildung für die Kolleginnen aus der gesamten Bundesrepublik an. Und der Newsletter der GdP-Frauengruppe (Bund) informiert regelmäßig über Aktivitäten und Positionen.

Bei allen Aktivitäten und bei jedem Thema haben die GdP-Frauengruppen in Bund und Länder ihre Aufgabe fest im Blick: Die kompetente und effiziente Vertretung der Rechte und Interessen der Frauen im Beruf und in der Gewerkschaft mit dem Ziel einer wirklichen Gleichstellung von Männern und Frauen in der Polizei und in der GdP.

Fragen und/oder Anregungen zur Arbeit der Frauengruppe (Bund) werden beantwortet durch die:

Gewerkschaft der Polizei
Abteilung Frauen- und Gleichstellungspolitik
Stromstraße 4
10555 Berlin


 
Vorsitz:

Dagmar Hölzl,
Baden-Württemberg
Zuständiges GBV-Mitglied:

Elke Gündner-Ede
Zuständige Gewerkschaftssekretärin:
Alberdina Körner
Fon: 030 - 39 99 21 - 120
Fax: 030 - 39 99 21 - 211
 
 
Referentin:
Anja Weusthoff
Fon: 030 - 39 99 21 - 104
Fax: 030 - 39 99 21 - 211
 

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