Die Trennung der Ausbildung bereits in der Polizeiakademie hält der FA K jedoch für kein geeignetes Mittel. Gerade die jüngste Vergangenheit hat gezeigt, dass der Weg der gemeinsamen Ausbildung an der PA, sowie auch die Erfahrungen, die die künftigen Ermittler im Bereich des ESD machen, für ihre Arbeit unverzichtbar sind. Die sozialen Kompetenzen, die im ESD erworben werden, gepaart mit der Möglichkeit, die Tatorte von Einbrüchen und Gewaltdelikten kennen zu lernen und aufzunehmen, sind Voraussetzungen für eine erfolgreiche Tätigkeit in der Kriminalpolizei. Am wichtigsten für jeden Einzelnen und für die Dienststellen sind die Möglichkeiten, eigene Neigungen und Fähigkeiten zu erkennen, um dann in der Familie Polizei auch am richtigen Ort diese Fähigkeiten einsetzen zu können. Eine Teilung in der Ausbildung ist daher für den FA K auch viel zu früh. Zumal bei der letzten Schwerpunktausbildung an der PA die Kolleginnen und Kollegen sogar per Losentscheid in die eine oder andere Fachrichtung gedrückt wurden. Hier würde viel Arbeit in die falsche Richtung investiert werden, wenn Neigungen und Fähigkeiten des Einzelnen nicht erkannt wurden, bzw. erkannt werden konnten.
Es hat sich bewährt, die Steuerung des Personals in den vor -Ort- Dienststellen (PI und PK) zu entscheiden. Die Interessen und Eignungen werden dort erkannt und entsprechend des Bedarfs in den ermittelnden Diensten können gezielte Aus- und Fortbildungsmaßnahmen gesteuert werden. Wichtig für den FA K ist, dass die jungen Kolleginnen und Kollegen auch Chancen auf einen frühzeitigen Wechsel in die ermittelnden Bereiche bekommen. Nur dadurch kann eine effektive Verjüngung dieser Dienste erfolgen. Ab diesem Zeitpunkt könnten nützliche Vorbildungen (z.B. kaufmännische Ausbildung für Wikri) Berücksichtigung finden.
Fazit: Es müssen dezentrale und zentrale Fortbildungskonzepte für die ermittelnden Bereiche geschaffen werden. Wer 60% Aufklärungsquote fordert, muss auch ausreichend in die Kolleginnen und Kollegen investieren. Die Dienststellen in der Fläche, denen immer mehr Aufgaben zugewiesen werden, können nicht auch noch mit ihren „Bärenführern“ die Ausbildungsstelle sein. Es müssen für die jüngeren Kolleginnen und Kollegen echte Chancen für einen frühzeitigen Wechsel geschaffen werden. Fest steht jedoch auch, dass eine Trennung bereits an der PA das falsche Mittel ist.