Bereits in den 80er Jahren wurde schon eine Verwendungsbereite verlangt, um sich auf bestimmte Positionen bewerben zu können. Insoweit ist das PEK keine Neuerfindung, sondern eher eine Weiterentwicklung der geforderten Verwendungsbereite. Tut sie uns als Polizei jedoch gut oder hindert sie uns eigentlich mehr an unserer täglichen Arbeit bzw. der Erfüllung unseres gesetzlichen Auftrags.
Ohne Zweifel ist es im beruflichen Alltag gut, über den Tellerrand seines eigenen Aufgabenbereichs hinauszusehen. Es dient nicht nur dazu einen anderen Blickwickel für die Arbeit der Kollegen in den anderen Direktionen zu gewinnen, sondern ist bestimmt auch hilfreich gegen ein gewisses Spartendenken.
Aber was hat dieses ständige sammeln von Karrierebausteinen zur Folge?
Betrachten wir mal den 01.09. dieses Jahres bzw. die Planungen auf dieses Datum hin. Insgesamt wurden ca. 200 Personalien in den verschiedenen Gremien, sei es in internen Direktionsrunden, in direktionsübergreifenden Runden, mit der Personalrat oder innerhalb des Personalrats diskutiert. 200 Personalien, bald die Hälfte der Beschäftigen unsere Behörde. Und wie man an den aktuellen Ausschreibungen erkennen kann, wird uns die Diskussion noch länger beschäftigen.
Interne Stellenausschreibungen, Umsetzungsgesuche sowie die Verwendung der neu zu versetzten Kollegen haben uns in der Vergangenheit schon immer genug beschäftigt und konnten auch aufgrund der äußeren Rahmenbedingungen nicht immer erfüllt werden. Jetzt kommen eine Vielzahl von Bewerbungen im Rahmen des PEK hinzu, da jeder ja so schnell wie möglich seine Karrierebausteine sammeln möchte.
Aber welche Effizienz ziehen wir aus dem Sammeln dieser Karrierebausteine?
Ist es für die Sachbearbeitung dienlich wenn ich für jedes halbe Jahr einen neuen Kollegen bekomme, den ich einarbeiten muss und wenn er so weit fit ist, ist er wieder weg. Muss ein Sachbearbeiter im Bereich der Kriminalpolizei, der dort auch bleiben möchte auch alle verschiedenen Facetten der anderen Direktionen durchlaufen.
Mit welcher Motivation treibe ich die Kollegen dorthin ?
In der Regel nicht, ich wollte das immer schon gerne machen, sondern eher, ich muss dieses halbe Jahr abreißen, weil ich es für meine Karriere brauche.
Hält unser PEK einem landesweiten Vergleich stand oder ist ein PEK verwaltungsrechtlich überhaupt haltbar?
Eine Frage, die mit Sicherheit in naher Zukunft unsere Verwaltungsgerichte zu beurteilen haben. Unter dem Gesichtspunkt Eignung, Befähigung und Leistung sowie dem allgemeinen Gleichheitsgrundsatz und der Rechtssprechung der vergangenen Jahre kann man da nicht so zuversichtlich dem PEK entgegen schauen.
PEK soll unter anderem unseren Nachwuchs dienen, ihre Karriere sinnvoll planen zu können. Ist dies denn mit dem Sammeln von Karrierebausteinen getan? Ist dies das künftige Auswahlkriterium? Um eine gute Führungskraft zu werden oder um ein guter Sachbearbeiter zu werden bedarf es mehr als verschiedene Bausteine zu sammeln.
PEK – Zukunft oder bloß vertane Zeit, die Frage darf gestellt werden. (Happe)