DIE LINKE
Die Aufgaben der sächsischen Polizei haben sich in den vergangenen Jahren erheblich verändert und ausgeweitet. Im Zuge der sogenannten „Polizeireform“ wurde ein massiver Personalabbau in einer Größenordnung von 2.441 Stellen beschlossen. Nach wir vor stehen wir auf dem Standpunkt, diesen Beschluss umgehend auf zu heben.
Statt eines Abschmelzens der Polizei ist viel eher ein gesunder Personalaufbau notwendig, um auf die Altersstruktur innerhalb der sächsischen Polizei zu reagieren.
Gerade bei abnehmender und zugleich älter werdender Bevölkerung kommt es entscheidend darauf an, dass objektive und subjektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung zu erhöhen.
Dieser hohen Belastung der Polizeibeamten zur Gewährung der inneren Sicherheit muss mit einer gut ausgebildeten und zahlenmäßig ausreichenden Landespolizei begegnet werden. Um den Gesamtaltersdurchschnitt für Polizeibeamte und Tarifpersonal zu verjüngen muss der Polizeiberuf auch attraktiv sein. Davon ist man derzeit weit entfernt, wenn wir die dauerhafte Belastung durch diverse Reformen sowie Veränderung der Strukturen betrachten. Um junge Frauen und Männer zu einer Entscheidung für den Polizeiberuf zu motivieren bedarf es einer gezielten Förderung. Das beginnt bei den angebotenen Qualifizierungsmöglichkeiten, den Aufstiegschancen, dem Umgang mit jungen Müttern und Beachtung deren Probleme bei Dienstplanungen und Einsatzorten, um nur einiges zu nennen.
Geplante und zielgerichtete Festlegungen für eine ausreichende und den gewachsenen Aufgaben der sächsischen Polizei entsprechende personelle Ausstattung bedarf einer grundsätzlichen Aufgabenkritik und Analyse der Situation, die wir seit längerem fordern. Zum Beispiel stellen sich unter anderem solche Fragen, wie:
Welche Sicherheitsstandards sollen zukünftig erfüllt werden? Wie kann eine Überalterung der sächsischen Polizei verhindert werden?
Deshalb setzen wir uns für die sofortige Erarbeitung bzw. Umsetzung eines Personalentwicklungskonzeptes ein, welches längst überfällig ist.
Das Anforderungsprofil für den Beruf des Polizeibeamten ist immens hoch.
So wird ein kompetenter Umgang mit modernster Technik, ein hohes Maß an Teamfähigkeit und Kommunikationsfähigkeit im Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern und häufig auch in schwierigen Situationen erwartet. Daraus erschließt sich die Notwendigkeit eines umfassenden psychologischen, rechtlichen und technischen Fachwissens. In speziellen Bereichen der Polizeiarbeit erhöht sich das Anforderungsprofil noch.
Es ist daher aus unserer Sicht das Prinzip der zweigeteilten Laufbahn zu befürworten. Die daraus resultierende Erhöhungen der Qualifikations- und Qualitätsstandards der Ausbildung und der Dienstdurchführung entsprechen den gestiegenen Anforderungen an eine bürgernahe sächsische Polizei.
Weiterhin braucht die sächsische Polizei dringend Einstellungen von Tarifbeschäftigten. Es müssen gerade unter Beachtung der derzeitigen wirtschaftlichen Gesamtsituation in Sachsen im Tarifbereich weiterhin verstärkt junge Menschen ausgebildet werden, die dann nach dem Ende ihrer Ausbildung eine berufliche Perspektive erhalten und deren Übernahme in ein Arbeitsverhältnis gesichert ist.