Fachtagung der GdP „Diabetiker im Polizeivollzugsdienst“
- Ergebnisse AG Prävention -

Zum Sinn und der Notwendigkeit von Präventionsmaßnahmen, um der wachsenden
Zahl der zuckerkranken Mitarbeiter in der Polizei entgegenwirken zu
können

Diabetes Typ 2 zählt zu den häufigsten und teuersten chronischen Erkrankungen.
Übergewicht, Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen in Folge von falscher
Ernährung, Bewegungsmangel und Stress gelten neben der genetischen Veranlagung
und dem Alter als wichtigste Risikofaktoren für die Entwicklung eines Typ-2-
Diabetes. Das sog. Metabolische Syndrom führt in der Folge auch zu einem dramatischen
Anstieg von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Gerade Polizeibeamte sind durch
die Auswirkungen ihrer unregelmäßigen Arbeitszeit und das häufige Erleben von
Stressmomenten besonders gefährdet. Die Diagnose Diabetes birgt u. a. die Gefahr
der Beurteilung einer eingeschränkten Polizeidienstfähigkeit durch den hinzugezogenen
Polizeiärztlichen Dienst. Ziel für die Organisation Polizei ist es also, einem solch
diabolischen Kreislauf wie dem Metabolischen Syndrom die Stirn bieten zu können,
um so die Dienstfähigkeit der betroffenen und v. a. der noch nicht betroffenen Polizeibeamten
zu erhalten bzw. wiederherstellen zu können.

Der Präventionsgedanke spielt eine herausragende Bedeutung im Kampf gegen den
Krankheitskomplex Metabolisches Syndrom und die Zuckerkrankheit. Eine Intervention
sollte schon bei Auftreten der Risikofaktoren erfolgen. Es gilt als gesichert, dass
sich ein Fortschreiten zur Zuckerkrankheit durch eine Veränderung des Lebensstils
verhindern bzw. hinausschieben lässt.

Durch die Herausbildung eines Gesundheitsbewusstseins und das Leben mit diesem
wird der menschliche Organismus gestärkt: Das Herz-Kreislauf-System, das Immunsystem,
die allgemeine körperliche und geistige Leistungsfähigkeit, die Stressresistenz,
der Teamgeist oder auch Eigenmotivation und Wille. Es werden Fähigkeiten
und Fertigkeiten unter dem Gesichtspunkt einer gesunden Lebensgestaltung herausgebildet.
Die Entwicklung eines Gesundheitsbewusstseins muss bereits in der
Ausbildung beginnen und konsequent im polizeilichen Leben fortgesetzt werden.
Maßnahmen zur Prävention der Zuckerkrankheit schützen gleichzeitig vor vielen anderen
Erkrankungen. Bereits im Jahre 1999 plädierte das Deutsche Polizeisportkuratorium
(DPSK) für die Notwendigkeit von flächendeckendem Gesundheits- und Präventionssport
in der Polizei, um eine dauerhaft einsatzfähige Polizei gewährleisten zu können.

Vorgesetzte haben nun die Aufgabe, die Rahmenbedingungen zu schaffen, um präventive
Gesundheitsmaßnahmen durchführen zu können. Beispielsweise sollte die
regelmäßige Teilnahme an körperlicher Aktivität und theoretischen Schulungen gefördert
werden. Dies soll allen Polizeibeamten (auch und v. a. den Schichtbeamten)
ermöglicht werden. Außerdem muss Unfallschutz gewährleistet werden. Die erfolgreiche
Umsetzung eines Präventionsprogramms setzt eine intensive Betreuung durch
ein multidisziplinäres Team voraus. Vorgesetzte sollten eng mit allen in das Präventionsprogramm
eingebundenen Kräften zusammenarbeiten (Mitarbeiter, PÄD, Sportlehrer,
Übungsleiter Prävention usw.). Durch die Unterstützung präventiver Maßnahmen
werden der Dienstherr und die Vorgesetzten ihrer Fürsorgepflicht gerecht, der
Mitarbeiters andererseits seiner Gesunderhaltungspflicht. Der Mitarbeiter ist dazu
aufgerufen, sich mit den Anzeichen und Risikofaktoren einer drohenden Stoffwechselstörung
auseinanderzusetzen und bei Erkennen der Risikofaktoren bei sich etwas
dagegen zu tun. Vom Metabolischen Syndrom betroffene Polizeibeamte erhalten
durch präventive Maßnahmen die Möglichkeit, in den Teufelskreis des Metabolischen
Syndroms einzugreifen. Das Präventionsprogramm ermöglicht es ihnen, die gesundheitliche
Verfassung wiederherzustellen, welche einer uneingeschränkten Polizeidienstfähigkeit
gerecht werden kann. Ein Engagement in Gesundheitsmaßnahmen
sollte auch Berücksichtigung in der Beurteilung finden und im Gegensatz dazu ein
Desinteresse an einer Gesunderhaltung und somit Erhaltung der Dienstfähigkeit
Konsequenzen haben.

Durch das Ermöglichen präventiver Gesundheitsmaßnahmen - sei es die Teilnahme
an theoretischen Schulungen zur Bewusstseinsentwicklung oder die Einbindung in
praktische Bewegungsmaßnahmen - gewinnt im Endeffekt die gesamte Organisation
Polizei: Der Mitarbeiter, der Vorgesetzte und der Dienstherr gleichermaßen. Auch der
Bürger profitiert davon, ihn behütet eine starke, einsatzfähige Polizei. Die durch das
Metabolische Syndrom oder die Zuckerkrankheit verursachten Auswirkungen lassen
sich durch vorbeugende Maßnahmen eindämmen. Der Krankenstand wird sinken,
die gesunden Mitarbeiter entlastet, das allgemeine Unfallrisiko reduziert, die Psyche
gestärkt und die Dienstfähigkeit erhalten bzw. wiederhergestellt.
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