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© Arthur Kattowitz/stock.adobe.com
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25.01.2026

GdP betont: Gutes Personal und professionelle Ausbildung sichern bürgernahe Polizeiarbeit

Internationales

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hebt hervor, dass gute Personalauswahl, umfassende Ausbildung und regelmäßige Einsatztrainings den Unterschied in der deutschen Polizeiarbeit ausmachen. Dadurch sei sichergestellt, dass Einsätze in Deutschland bürgernah, verhältnismäßig und insbesondere rechtsstaatlich erfolgen.

Der GdP‑Vorsitzende Jochen Kopelke erklärte gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND), dass deutsche Polizistinnen und Polizisten sorgfältig ausgewählt und über Jahre ausgebildet werden, mit dem klaren Ziel, Menschen zu schützen und Gefahren abzuwehren. Diese Ausbildung und die klare Struktur der Polizei seien nicht mit der Polizeiarbeit in den USA vergleichbar. Solche ICE-Einsätze wären in Deutschland ausgeschlossen – unsere Polizei ist an enge gesetzliche Vorgaben, unabhängige Kontrolle und eine konsequente Bindung an Grund- und Menschenrechte gebunden. Für die Gewerkschaft der Polizei (GdP) gilt:

  • Gewalt ist immer das letzte Mittel – nicht das erste.
  • Jeder Einsatz muss verhältnismäßig, überprüfbar und gerichtsfest sein.
  •  Ausbildung, Deeskalation und klare Einsatzkonzepte stehen über Machtdemonstration und Einschüchterung.

Die schockierenden Bilder aus den USA zeigen, wie wichtig starke rechtsstaatliche Leitplanken, parlamentarische Kontrolle und eine demokratisch verankerte Polizei sind. In Deutschland arbeiten zehntausende Polizistinnen und Polizisten Tag für Tag dafür, Menschen zu schützen – nicht, um Angst zu verbreiten. Als Gewerkschaft der Polizei setzen wir uns dafür ein, dass das so bleibt: durch gute Ausbildung, ausreichend Personal, klare Regeln und eine Fehlerkultur, in der Fehler aufgearbeitet und nicht vertuscht werden. Unser Maßstab ist nicht die harte Schlagzeile, sondern der starke Rechtsstaat.

© WDR
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Der stellvertretende GdP‑Vorsitzende Sven Hüber ergänzte beim WDR, dass internationale Schusswaffenvorfälle mehrere offene Fragen zur Rechtfertigung aufgeworfen hätten.

Kopelke unterstrich zudem, dass in Deutschland keine entsprechende Behörde wie etwa die ICE‑Behörde existiert und staatliche Aufgaben klar getrennt sind. Die Abschiebung von ausreisepflichtigen Ausländern ist Aufgabe der Ausländerbehörden und nicht Aufgabe der Polizei. Die Polizei leiste lediglich Amtshilfe bei Durchführung von Abschiebungen. 

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Chef der Gewerkschaft der Polizei: Vorgehen wie das von ICE in den USA wäre hier ausgeschlossen

RND-Artikel vom 26.01.2026

In Minneapolis haben Vertreter der Einwanderungsbehörde ICE den Demonstranten Alex Pretti erschossen. GdP-Chef Jochen Kopelke bestreitet, dass derlei auch in Deutschland geschehen könnte. Das verhinderten unter anderem Personalauswahl und Ausbildung, sagt er.

Berlin. Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Jochen Kopelke, hält ein Vorgehen wie das der amerikanischen Einwanderungsbehörde ICE im Fall des getöteten Krankenpflegers Alex Pretti in Deutschland für ausgeschlossen. „Die amerikanischen Einsätze sind auf den Polizeialltag in Deutschland nicht zu übertragen“, sagte er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Unsere Polizeiarbeit ist geprägt von klaren Zuständigkeiten, Gefahrenabwehr und Strafverfolgung.“

Kopelke fügte hinzu: „Die Polizeigesetze und Versammlungsgesetze verhindern den Einsatz der Dienstwaffe in Menschenmengen. Die Abschiebung von ausreisepflichtigen Ausländern ist Aufgabe der Ausländerbehörden und nicht Aufgabe der Polizei.“

Überall ähnliche Probleme

Nach Ansicht des GdP-Chefs ist insbesondere die gute und professionelle Personalauswahl und Polizeiausbildung Grund für gute Polizeiarbeit in Deutschland. „Wir stellen gute Polizisten ein und handeln verhältnismäßig im Einsatz, das macht den Unterschied zu anderen aus“, sagte er, betonte jedoch nach dem Besuch von Dienststellen in den USA und Europa: „Ich erlebe in den Polizeibehörden dieselben Probleme: Die Krisen dieser Welt sollen durch Polizisten gelöst werden, und die zuständigen Behörden ducken sich weg. Das schadet der Polizei und darf nicht sein.“

Opfer von ICE war jetzt Alex Pretti, ein 37-jähriger Intensivpfleger, der gegen Präsident Donald Trumps verschärfte Einwanderungspolitik in seiner Stadt protestiert hatte.