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21.03.2026

Psychische Belastung am Limit: DGB-Index „Gute Arbeit“ bestätigt Alarmzustand im Polizeidienst

BW BG Reutlingen

Hohe emotionale Anforderungen, massive Arbeitsverdichtung und ständige Konfliktsituationen: Die aktuelle Auswertung des DGB-Index (Stand Januar 2026) zeigt deutlich, dass der Polizeivollzugs- und Kriminaldienst in Baden-Württemberg weit über dem Durchschnitt anderer Berufe belastet ist. Die GdP Baden-Württemberg fordert spürbare Konsequenzen vom Dienstherrn.

Die Zahlen der Befragungen (2020–2025) sind ein direktes Zeugnis für die angespannte Lage in unseren Revieren und Dienststellen. Während in der allgemeinen Arbeitswelt rund 26 % der Beschäftigten ihre Gefühle im Dienst unterdrücken müssen, sind es bei uns bei der Polizei stolze 55 %. Diese „Emotionsarbeit“ wird bisher kaum in Gefährdungsbeurteilungen berücksichtigt – ein unhaltbarer Zustand.

Die Fakten im Check: Wo es besonders brennt

Die Auswertung macht deutlich, dass die Polizei kein „Job wie jeder andere“ ist:

  • Konfliktpotenzial: Jeder zweite Kollege (50 %) ist ständig mit Konflikten konfrontiert – im Rest der Arbeitswelt sind es nur 14 %.
  • Zeitdruck: 41 % berichten von einer steigenden Arbeitsverdichtung. Wir machen immer mehr in immer weniger Zeit.
  • Respektlosigkeit: Fast 20 % erfahren herablassende Behandlung, zu 83 % verursacht durch Außenstehende.

Klare Kante: Unsere Forderungen für eine gesunde Polizei

Die GdP Baden-Württemberg macht deutlich: Ein „Weiter so“ darf es nicht geben. Wir sind beim Thema Polizeidichte bundesweit das Schlusslicht – hier muss die neue Landesregierung endlich liefern!

Wir fordern wirkungsvolle Entlastungsangebote:

  1. Personalbemessung anpassen: Weg von theoretischen Schlüsseln, hin zur realen Einsatzbelastung.
  2. Gesundheitssport als Dienstzeit: Mindestens zwei Stunden pro Woche zur Stärkung der Resilienz.
  3. Sabbaticals & Lebensarbeitszeitkonten: Flexible Regeneration nach belastenden Einsatzphasen.
  4. Administrative Entlastung: Konsequente Aufgabenübertragung auf Tarifbeschäftigte, um den Rücken für die Kernarbeit freizubekommen, bei gleichzeitiger Erhöhung der Zahl der Tarifbeschäftigten mit gerechter Entlohnung.
  5. Anerkennung von Emotionsarbeit: Psychische Belastung muss offizieller Teil jeder Gefährdungsbeurteilung werden.
Porträt Gundram Lottmann | © © GdP-BW 2024 - alle Rechte vorbehalten / KCMedia
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Unsere Kolleginnen und Kollegen in Baden-Württemberg leisten seit Jahren Herausragendes unter schwierigsten Bedingungen. Das vorhandene psychosoziale Gesundheitsmanagement ist stark, aber es kann die strukturellen Mängel der Landespolitik nicht allein heilen. Wir brauchen jetzt den politischen Willen zur Entlastung!
Gundram Lottmann, Landesvorsitzender GdP BW

Die GdP bleibt dran: Wir werden diese Daten nutzen, um den Druck auf das Innenministerium zu erhöhen. Gesundheit ist kein Privileg, sondern eine Dienstherrenpflicht!

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