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13.01.2026

Starkes Signal aus der Hauptstadt – 5.000 Beschäftigte erhöhen den Druck vor der 2. Tarifrunde

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Rund 5.000 Beschäftigte aus diversen Bereichen des öffentlichen Dienstes haben vor der 2. Tarifrunde in Potsdam (15./16. Januar) ein starkes Signal aus der Hauptstadt gesandt. Der heutige Warnstreik, zu dem die Gewerkschaften ver.di, IG BAU, GdP und GEW aufgerufen hatten, erhöht so den Druck auf die Arbeitgeberseite, die endlich ein Angebot auf den Tisch legen muss. Nach Treffpunkt am Dorothea-Schlegel-Platz ging es für die Demonstrierenden über die Friedrichstraße und Unter den Linden zum Roten Rathaus, wo die Gewerkschafter im Rahmen einer Kundgebung stimmungsvoll auf die Forderungen aufmerksam machten.

„In Kitas, in der öffentlichen Verwaltung und bei der Feuerwehr halten die Beschäftigten täglich das Land am Laufen – oft am Limit. Die Arbeitgeber der Länder verweigern sich der Notwendigkeit, dass die Lohnerhöhungen den gestiegenen Lebenshaltungskosten gerecht werden. Diese Blockade lassen wir nicht unwidersprochen. Deshalb streiken wir heute: für Respekt, für faire Bezahlung und für einen starken öffentlichen Dienst.“ Andrea Kühnemann, Landesbezirksleiterin ver.di Berlin-Brandenburg

„Die Forstwirtschaft und der städtische Gartenbau schenken uns etwas Unbezahlbares: Natur, Ruhe und Lebensqualität. Wälder und Parks sind mehr als grüne Flächen – sie sind Orte zum Kraft schöpfen und Durchatmen. Sie schützen Klima und Artenvielfalt und geben uns frische Luft. All das gelingt nur dank der Menschen im öffentlichen Dienst, die mit Verantwortung dafür sorgen, dass unsere Natur erhalten bleibt. Damit dieses Engagement auch in Zukunft gesichert ist, müssen wir die Arbeit dieser Menschen angemessen würdigen – und das bedeutet auch eine faire und bessere Bezahlung. Wer unsere Lebensqualität schützt, verdient Respekt und eine Vergütung, die diesem wichtigen Beitrag gerecht wird.“ Julian Diaz, Gewerkschaftssekretär IG BAU Berlin Brandenburg

„Wir haben heute ein deutliches Zeichen gesetzt und werden nicht müde, lautstark das einzufordern, was eigentlich selbstverständlich sein sollte. Wir Beschäftigte sind der Garant der Inneren Sicherheit, allein durch die tagtägliche Arbeit unserer Kolleginnen und Kollegen in der Polizei, Feuerwehr, den Bezirken, beim LABO und LEA bleibt der Staat handlungsfähig. Die viel zitierte Wertschätzung zeigt die Arbeitgeberseite bisher aber nur mit reiner Ignoranz, damit riskiert man die Zukunft unseres Landes." Beatrice Hsu, Landesschriftführerin GdP Berlin

„Bis jetzt liegt kein verhandlungsfähiges Angebot der Arbeitgeber im Tarifstreit der Länder vor. Gerade im Bildungsbereich in Berlin haben die Beschäftigten mit den Warnstreiks ein deutliches Zeichen gesetzt: Tagtäglich tragen sie in Kitas, Schulen und Hochschulen enorme Verantwortung und halten den Betrieb auch unter zunehmend schwierigen Bedingungen aufrecht. In einer Stadt mit explodierenden Mieten und massivem Fachkräftemangel bleibt unsere Erwartung an die Arbeitgeber klar: Ein ernsthaftes und angemessenes Angebot ist überfällig und muss der Belastung, der Verantwortung und dem Einsatz der Beschäftigten gerecht werden.“ Gökhan Akgün, Vorsitzender der GEW BERLIN 

Hintergrund:

Die Kundgebung fand im Rahmen der Tarifrunde für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L) statt. Die erste Verhandlungsrunde Anfang Dezember verlief ohne Annäherung zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften.  Die Gewerkschaften fordern für die Tarifbeschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder sieben Prozent mehr Gehalt im Monat – jedoch zur Stärkung der unteren Lohngruppen mindestens 300 Euro. Studentische Beschäftigte sollen ein tariflich garantiertes Mindeststundenentgelt erhalten. Darüber hinaus fordern die Gewerkschaften die Erhöhung aller Zeitzuschläge um 20 Prozentpunkte. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrags soll zwölf Monate betragen.