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© Böttger/GdP Berlin
Böttger/GdP Berlin

03.03.2026

Verkehrssicherheitslage in der Hauptstadt
GdP fordert Mitbestimmung von Polizei und Feuerwehr bei der Verkehrsplanung

Info Pressemitteilung Stories

Berlin. 37 Tote, 17.005 Verletzte und ein Unfall alle vier Minuten – Die Straßen der Hauptstadt bleiben ein gefährliches Pflaster für alle Verkehrsteilnehmenden. Dies geht aus dem heute vorgestellten Bericht zur Verkehrssicherheitslage hervor. Die Gewerkschaft der Polizei plädiert für mehr gegenseitige Rücksichtnahme statt Egoismus und zeigt sich offen für innovative Veränderungen, sofern sie sinnvoll sind und Polizei und Feuerwehr mit eingebunden werden.

„Wenn sich jeder an Paragraf 1 Absatz 1 unserer Straßenverkehrsordnung halten würde, wären wir wesentlich weiter. Der wachsende Egoismus auf unseren Straßen und Wegen verursacht schwere Verletzungen und kostet Menschenleben. Auch wenn 37 Verkehrstote genau 37 zu viel sind, ist der deutliche Rückgang mit Blick auf die bundesweiten Zahlen eine positive Entwicklung und das Resultat der hervorragenden Präventionsarbeit meiner Kolleginnen und Kollegen. Wenn Politik die Zahlen wirklich senken und die Sicherheit nachhaltig erhöhen möchte, brauchen wir einen ganzheitlichen Ansatz für den Verkehrsraum Berlin, weniger Dogmatismus und kein stetiges Gegeneinanderausspielen von Verkehrsteilnehmenden. Es gibt gute Ansätze, lokale Projekte, aber ein strukturierter Gesamtplan ist nach wie vor nicht erkennbar“, sagt GdP-Landeschef Stephan Weh angesichts der Veröffentlichung des Berichts am Mittwoch. Wenngleich die Zahl der Todesopfer und Schwerstverletzten zurückging, sorgen vor allem überhöhte Geschwindigkeit, die Missachtung von Vorfahrtsregeln und Abbiegeunfälle für weiter hohe Unfallzahlen.

GdP zu Pollern, 30er-Zonen und Rettungswegen

Deutlich Stellung bezog der Gewerkschaftschef zu Harakiri-Aktionen bei der Ummodellierung zu verkehrsberuhigten Zonen in einzelnen Bezirken sowie der Einrichtung von Tempo-30-Zonen. „Wir sind als GdP sehr offen für innovative Ideen, um die Sicherheit zu erhöhen und den Verkehrsraum sinnvoll umzugestalten. Dazu gehören verkehrsberuhigte Bereiche. Was wir aber zunehmend sehen, ist, dass auf Bezirksebene dogmatisch agiert wird. Aktuell geht es um die Umgestaltung der Torstraße, für die es gute Ansätze gibt. Tempo 30 vor Schulen und Kitas ergibt Sinn, nachts sicher auch, aber eben nicht grundsätzlich, wenn der Verkehr nicht komplett zum Erliegen kommen soll. Wir haben schon bei der Bergmann- oder der Kantstraße gesehen, dass tolle Ideen in die Hose gehen, wenn man nicht die einbindet, die für die Sicherheit des Verkehrsraums verantwortlich sind. Wir brauchen endlich eine verpflichtende Beteiligung von Polizei und Feuerwehr bei jeglichen baulichen Veränderungen. Es geht oft auch um Flucht- und Rettungswege und am Ende des Tages können wir Menschen in Not nicht helfen, wenn wir nicht mehr durchkommen.“

Weitere Informationen

Benjamin Jendro

Abteilungsleitung und Pressesprecher

jendro@gdp-berlin.de

Mobil: +49 (0)151 11280361

Telefon +49 (0)30 210004-13